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30.01.14 15:57 Alter: 3 yrs

Im WochenendGespräch: Marlies Everth, Vorsitzende

„Für eine barrierefreie Stadt“

Engagieren sich im Behindertenverband: Marlies Everth <br />(rechts) und Mandy Boegershausen.	Foto: E. Fordinal

Engagieren sich im Behindertenverband: Marlies Everth
(rechts) und Mandy Boegershausen. Foto: E. Fordinal

Frankfurt/Oder (for). Der Behindertenverband Frankfurt (Oder) engagiert sich für die Interessen aller Menschen mit Behinderung in der Stadt.

Der Frankfurter Behindertenverband ist Regionalzentrum im Allgemeinen Behindertenverband Land Brandenburg e.V. (ABB) und Träger des Mobil-Service, einer Serviceeinrichtung für behinderte und ältere Menschen. Marlies Everth ist seit etwa zwei Jahren die Vorsitzende des Behindertenverbandes Frankfurt (Oder) e. V. und engagiert sich ehrenamtlich im Verein. Seit 2007 war sie Schatzmeisterin im Verband und bringt so eine Menge Erfahrung mit in ihr Amt. Für ihre weitere Arbeit erhält sie jährlich eine Weiterbildung durch den ABB. Zurzeit gibt es 45 Mitglieder im Frankfurter Behindertenverband, neue Mitglieder sind gern gesehen und können sich telefonisch melden oder persönlich im Pablo-Nerude-Block 1 vorsprechen.
Der Verband wurde schon im April 1990 gegründet. „Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen“, so Marlies Everth zum Verbandsprofil. „Unser Verein unterstützt die soziale Integration, hilft beim Umgang mit Ämtern und Behörden und arbeitet eng mit anderen Vereinen, Selbsthilfegruppen, Ämtern und Institutionen zusammen“.
Die Aufgaben sind vielfältig. Begonnen bei Beratungsdienste, über den Begleitservice, bis hin zum engagierten Einsatz für eine barrierefreie Stadt. Mit Hilfe im Haushalt, Ausflugsfahrten und aktive Freizeitgestaltung sind immer noch nicht alle Aktivitäten aufgezählt. Da steckt auch für die Vorsitzende des Verbandes eine Menge Arbeit dahinter, denn alles muss geplant werden. „Unter Mitarbeit unserer Vereinsmitglieder erarbeiten wir in jedem Quartal einen Veranstaltungsplan, da kann sich jede/r mit Vorschlägen und Anregungen mit einbringen“, erläutert Marlies Everth ihre Arbeit. In gemeinsamen Veranstaltungen sollen sich Menschen mit Behinderung, ältere Leute und die vielen Alleinstehenden näher kommen. So zum Beispiel beim „Frühstück im Club“, das immer am Ersten Donnerstag im Monat stattfindet und offen für alle ist. Da kann gefrühstückt und ausgiebig geschwatzt werden. Es gibt eine Kegelgruppe und es werden regelmäßig Ausflugsfahrten in die nahe oder auch entferntere Umgebung gemacht. So zum Tierpark in Eberswalde, nach Berlin oder zum Schlachtfest in Klein Eichholz. „Wichtig für uns ist vor allem die Barrierefreiheit und ein behindertengerechtes WC“, erklärt Marlies Everth und verweist auf eine Broschüre, den „Kleinen Kloführer“ in Frankfurt (Oder).
Betont wird: „Wir engagieren uns für eine barrierefreie Stadt. Stufen, hohe Bordsteinkanten, enge Durchgänge, schwer zu öffnende Türen oder gar Drehtüren, sind Barrieren für den Menschen und für den Körperbehinderten im Besonderen. Wir setzen uns kritisch mit dem Baugeschehen in unserer Stadt auseinander und beraten bei der barrierefreien Umgestaltung von Gebäuden.  Ein gutes Verhältnis haben wir zur Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder). Auf unsere Hinweise und Vorschläge hin sowie in gemeinsamen Gesprächen, wurden Rampen für die Straßenbahn angeschafft, sodass nun auch Rollifahrer/innen in diese Bahnen einsteigen können“, erklärt Marlies Everth das Engagement des Behindertenverbandes für die barrierefreie Stadt. Dazu gehört auch eine Karte mit barrierefreien Routen, die dem neuen Stadtplan beigelegt wurde“.
In diesem Jahr soll nun endlich der mobile Freizeit- und Verkehrsgarten in voller Größe aufgebaut werden. Darin sollen sich auch einmal gesunde Menschen im Rollstuhl durch den Parcours bewegen, um zu sehen, mit welchen Schwierigkeiten die Rollifahrer und -fahrerinnen  zu kämpfen haben. Bisher wurden nur Teile des Parcours aufgebaut, die aber ein großes Interesse hervorriefen. „Wir sind im Moment auf der Suche nach einem geeigneten Gelände, das aber auch gut zu erreichen sein muss, um den gesamten Parcours aufzubauen und ein paar Tage stehen zu lassen. Vielleicht kann uns ja Jemand helfen“, wünscht sich Marlies Everth.
„Bei allen unseren Problemen ist der Mobil-Service als Fahrdienst unterstützend tätig. Ohne diese speziell umgebauten Fahrzeuge geht nichts, es könnten nicht alle Mitglieder und Freunde des Behindertenverbandes an den Fahrten teilnehmen“, sagt Marlies Everth.
Wer Fragen hatkönnen sich unter Telefon 0335 / 53 54 40 beim Behindertenverband melden.


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