Nachrichten aus Ihrer Region

19.05.17 09:59 Alter: 70 days

Vortrag zur Lage der Europäischen Union

Schäuble bei Viadrina

Bei der Viadrina: Dr. Wolfgang Schäuble (r.)<br /> und Professor Dr. Christoph Brömmelmeyer.<br />	Foto: Georg Langer

Bei der Viadrina: Dr. Wolfgang Schäuble (r.)
und Professor Dr. Christoph Brömmelmeyer.
Foto: Georg Langer

Frankfurt (Oder). Bundesminister der Finanzen Dr. Wolfgang Schäuble hielt einen Vortrag an der Europa-Universität Viadrina.

Von Georg Langer

Das Thema lautete „Die Europäische Union - am Ende oder am Anfang?“. Das Auditorium Maximum der Europa-Universität Viadrina war bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt. Neben Studenten und Professoren wohnten auch viele Bürgerinnen und Bürger Frankfurts sowie Vertreter lokaler und überregionaler Medien der Veranstaltung bei. Sie fand unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen im Rahmen der Ringvorlesung des Frankfurter Instituts für das Recht der Europäischen Union statt. Der geschäftsführende Direktor des Instituts Professor Dr. Christoph Brömmelmeyer und der Präsident der Viadrina Professor Dr. Alexander Wöll begrüßten den Finanzminister, den sie als überzeugten Europäer würdigten.
In seinem Vortrag wandte sich Dr. Wolfgang Schäuble hauptsächlich an die jungen Leute, die er beglückwünschte, an der Europa-Universität studieren zu können. Sie seien für die weitere Entwicklung der Europäischen Union besonders wichtig. Zum Beispiel wäre der Brexit nicht gekommen, wenn die Jüngeren so zahlreich zur Abstimmung gegangen wären wie die Älteren.
„Im Übrigen ist dieses Europa immer nur in Krisen vorangekommen“, erinnerte Schäuble. Als positive Beispiele der Entwicklung nannte er Emmanuel Macrons Einzug als neuer Präsident Frankreichs zu den Klängen der Europahymne und die Auswirkungen des Trump-Effekts, die bisher darin bestanden, dass Populisten die Wahlen in den Niederlanden und Frankreich nicht gewonnen haben. Während Euroskepsis weiterhin wachse, gäbe es aber auch Rufe nach globaler Verantwortung Europas, so Schäuble. Andere Kontinente nähmen sich die Europäische Union als Vorbild. Sie sei das zukunftsträchtigste Modell, um sich der globalen Wettbewerbsfähigkeit, dem Klimaschutz und der Migration zu stellen. Diese Probleme könne kein Mitgliedsland alleine lösen.
Die offenen Grenzen innerhalb der Europäischen Union bezeichnete Schäuble als wichtige Errungenschaft für die Menschen. Um die Außengrenzen besser zu sichern, sei mehr Zusammenarbeit mit den Nachbarregionen, namentlich den nordafrikanischen Ländern notwendig. „Wir müssen uns stärker um die Welt um uns herum kümmern“, so Schäuble. „Das wird kein europäisches Land alleine leisten können.“ Auch beim Handel sei Zusammenhalt unentbehrlich, weil einzelne Länder Europas mit nationalen Märkten angesichts der Konkurrenz aus China „nicht den Hauch einer Chance haben“, global mitzuhalten.
„Wir können die Wettbewerbsfähigkeit steigern, indem wir überall in Europa investieren“, sagte der Minister. Allerdings seien die Planungs- und Genehmigungsverfahren für viele Investitionen unendlich schwerfällig. Bis Ende letzten Jahres seien nur zehn Prozent der den deutschen Bundesländern zur Verfügung gestellten Gelder abgeflossen.
Die Europäische Union mache Diktatoren nervös, von Russland bis China, in der arabischen Welt und der Türkei. Das sei ein Zeichen, „dass sich die Werte, die wir in Europa vermitteln, hoher Attraktivität erfreuen“, sagte Wolfgang Schäuble.
Im Anschluss an den Vortrag gab es eine öffentliche Diskussion. Dabei hatten Zuhörerinnen und Zuhörer die Gelegenheit, dem Finanzminister Fragen zu stellen. Eine Frau nutzte das, um ausführlich ihre Meinung zu den verschiedensten Themen zu äußern.
Wolfgang Schäuble traf sich während seines Besuchs in Frankfurt auch mit Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke, dem Bundestagsabgeordneten Martin Patzelt und dem CDU-Kreischef Michael Möckel, um über die Entwicklungsperspektiven im deutsch-polnischen Grenzraum und die Zusammenarbeit von Stadt und Universität zu sprechen.


Diese Seite weiterempfehlen!
Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - obligatorisches Feld

*





*
*

Meist gelesen

„Für eine barrierefreie Stadt“

Die Sparsamkeit zahlt sich aus

- Von Hartmut Kelm - Die...

Bruchkultur gegen CO2-Endlager

Meist kommentiert

Umstrittener Ausbau erntet Kritik

Die Freie Szene ist einig, wenn es...

Bruchkultur gegen CO2-Endlager

- Von Hartmut Kelm - Die...

Die Bildergalerien
Das E-Paper
 
Der OderlandSpiegel Ausgabe Frankfurt (Oder)
Der OderlandSpiegel Ausgabe Märkisch-Oderland
Der OderlandSpiegel Ausgabe Eisenhüttenstadt
Der OderlandSpiegel Ausgabe Beeskow/Fürstenwalde
Lesen Sie hier die aktuelle polnische Ausgabe des OderlandSpiegels
(Zakupy za Odra)
weitere Ausgaben
Sonderprodukt des Verlags
Der ÄrzteSpiegel BSK/FW 2016
Sonderprodukt des Verlags
Der ÄrzteSpiegel 2016