26.11.09 19:17 Alter: 7 yrs

Wie Kampf Davids gegen Goliath: Aktion in Neuhardenberg

Bruchkultur gegen CO2-Endlager

Baumpflanzung gegen CO2 Verpressung: An-<br />dreas Rüth, Ingrid Koppenhagen, Rolf Ignaz <br />und Ina Clausen. Foto: con

Baumpflanzung gegen CO2 Verpressung: An-
dreas Rüth, Ingrid Koppenhagen, Rolf Ignaz
und Ina Clausen. Foto: con

Neuhardenberg (igo). Etwas vom Kampf Davids gegen Goliath hat sie schon, die neue Aktion des Vereins „Bruchkultur e.V.“

Mit der Pflanzung von 130 Bäumen wollen die rührigen Oderbruchbewohner und -bewohnerinnen ein Zeichen gegen die Pläne der Energiekonzerne zur Verpressung vom CO2 im Oderbruch setzen. Das unterstützen von Anbeginn an auch Ilka und Andreas Rüht aus Quappendorf. Sie stellten dem Verein 1990 Quadratmeter Land zur Baumaufforstung zur Verfügung. Nach ihren Aussagen hätten sie auch gerne eine noch viel größere Fläche für junge Bäume abgegeben.
Lediglich die Gesetzeslage, die bei Waldpflanzungen ab 0,2 Hektar ein kompliziertes Genehmigungsprozedere vorschreibe, habe dies verhindert. Emsig schleppten sie kürzlich kleine Setzlinge aus ihrem Garten zur Pflanzstelle. Bei einer kurzen Arbeitspause erklärte Andreas Rüht angereisten Gästen und Medienvertreterinnen und -vertretern die Hintergründe ihrer Aktion: „Unseren Kindern, Enkeln und Urenkeln sollten wir eine gesunde Welt zurückgeben. Schließlich hinterlässt unsere Generation ihnen schon genug Probleme - wir dürfen diesen, mit einer CO2- Endlagerung tief in der Erde nicht noch ein weiteres völlig unkalkulierbares Umweltrisiko hinzufügen.” Besonders betroffen zeigten sich die Umweltfreunde von den Inhalten des Brandenburger Regierungskoalitionsvertrages. Dazu meinte der Vereinsvorsitzende, Rolf Ignaz: „Wir erwarten von den gewählten Volksvertretern der Regierungsparteien der SPD und Linken, dass sie die Größe haben, einen Fehler zu korrigieren. Dass sie ihren auf Parteitagen vor breiter Öffentlichkeit postulierten politischen Erklärungen: ‘dass jede Entscheidung für eine Technologie nicht von kurzfristigen wirtschaftlichen oder persönlichen Interessen geleitet werden darf’, auch entsprechende Taten folgen lassen. Staatliche Förderung sollten nur nachhaltige CO2- freie, erneuerbare Energietechnologien erhalten. Die Lagerung von CO2 ist keine Problemlösung, sondern selbst Teil des Problems. Sie behindert die Entwicklung umweltgerechter Technik!“ Trotz weiterführenden Diskussionen der Anwesenden erhielt jeder junge Setzling  an seinem neuen Lebensstandort natürlich noch einen ordentlichen Schwall Gießwasser. Schließlich sollen die Bäumchen in den nächsten zwanzig Jahren zu stattlicher Größe heranwachsen und dabei ordentlich schädliches Kohlendioxid abbauen.