17.03.17 12:06 Alter: 101 days

Geplante Massentierhaltung in Gölsdorf hat Proteste bei den Anwohnern ausgelöst

Die Genehmigungsbehörde steht in der Kritik

Keine industrielle Mastanlage: Diese Forde-<br />rung wollen die Anwohnerinnen und An-<br />wohner mit einer Petition, deren Übergabe<br /> an das Landesumweltamt für vergangenen<br /> Freitag geplant war, bekräftigen.<br /> 	Foto: Dörfergemeinschaft Steinhöfel

Keine industrielle Mastanlage: Diese Forde-
rung wollen die Anwohnerinnen und An-
wohner mit einer Petition, deren Übergabe
an das Landesumweltamt für vergangenen
Freitag geplant war, bekräftigen.
Foto: Dörfergemeinschaft Steinhöfel

Gölsdorf (eb/geh). Das Brandenburger Landesamt für Umwelt in Frankfurt (Oder) soll keinerlei eigene Gutachten zu den Auswirkungen der umstrittenen geplanten Mastanlage in Gölsdorf (Landkreis Oder-Spree) erstellt haben.

In einer Pressemitteilung der Dörfergemeinschaft Steinhöfel heißt es: „Die Genehmigungsbehörde verlässt sich einzig und allein auf Informationen des Betreibers”. Das sei aus der Anfrage des Landtagsabgeordneten Benjamin Raschke (Grüne) an den Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) deutlich geworden. „Es bestand auch kein Erfordernis, da das Landesamt selbst über sehr gut ausgebildete und erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügt, die ausreichend Sachverstand haben, um die Prüfung auf Vorliegen der Voraussetzungen für das Bestehen einer UVP-Pflicht selbst abschließend beurteilen zu können“, erklärte Vogelsänger in seiner Antwort.
„Keiner bezweifelt die fachliche Eignung der Mitarbeiter“, entgegnet Kerstin Hellmich von der Dörfergemeinschaft Steinhöfel. Verwunderung über die lapidare Antwort des Ministers herrsche dennoch bei den Anwohnern. Vor Ort war niemand vom Landesumweltamt gesehen worden. „Wir müssen davon ausgehen, dass das Vorhaben am Bürotisch in Frankfurt (Oder) auf Basis der vom Betreiber vorgelegten Unterlagen geprüft wird. Bei so einem großen und höchst umstrittenen Vorhaben hätte das Land Brandenburg auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) mit Öffentlichkeitbeteiligung nicht verzichten dürfen, wenn der Schutz der Menschen, der Umwelt und der Tiere wirklich ernst genommen wird“, kritisiert Kerstin Hellmich, die auch in der Steinhöfeler Gemeindevertretung sitzt.
„Es ist geplant, die industrielle Agraranlage, in der 900 Rinder und fast 800 Schweine gemästet werden sollen, nur weniger als hundert Meter an die Wohnbebauung heranreichen zu lassen. Das ist für unsere Region nicht akzeptabel“, sagte Kerstin Hellmich. Die Anwohner kritisieren vor allem die zu erwartende Geruchsbelästigung, ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, sowie die Bedrohung der Böden und eine Verschlechterung der Trinkwassersituation.
Eine endgültige Entscheidung zur Genehmigung der industriellen Mastanlage durch das Landesumweltamt stehe immer noch aus. „Wir werden weiter für den Schutz unserer Umwelt kämpfen“, kündigt Hellmich an.
Die Anwohner haben bereits im Januar eine Petition gestartet. Diese sollte nun am am vergangenen Freitag Verantwortlichen im Landesumweltamt in Frankfurt (Oder) übergeben werden.