Wie sich die Wasserqualität in der Oder durch Abwasserbehandlung nach der Wende verbessert hat

Wie sich die Wasserqualität in der Oder durch Abwasserbehandlung nach der Wende verbessert hat

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Abwasserbehandlung der Oder - was nach der Wende geschah

Sozialistische Systeme, wie die DDR, sind nicht dafür bekannt, umweltfreundlich zu sein. In unterdrückenden Staaten ist es schwer für den Bürger, Bedenken an den Handlungen der Regierung zu äußern. Man riskiert Repressalien, bis hin zu Gefängnisstrafen. Auch die Regierungen können somit schlecht erkennen, welche Fehlentwicklungen sich gerade manifestieren.

So auch mit dem Umweltschutz. Verschmutzung und Umweltschäden waren in der DDR im Vergleich zur Bundesrepublik höher, Emissionen von Schadstoffen teilweise doppelt bis dreimal so hoch.

Technische Rückständigkeit und fehlende finanzielle Mittel haben dazu geführt, dass Abwasserbehandlung, wie etwa der Oder, einen geringen Stellenwert bekamen.

Nach der Wende hat sich das geändert. Da die Oder der Grenzfluss zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Polen ist und auch durch Tschechien fließt, konnten nur gemeinsame Anstrengungen helfen, den Zustand der Oder zu verbessern.

Zu diesem Zweck wurde 1996 die “Internationale Kommission zum Schutz der Oder gegen Verunreinigung” (IKSO) gegründet. Einer der Eckpfeiler dieses Vertragswerks war der Bau gemeinsam genutzter Kläranlagen.

Zusätzliche Anstrengungen aus dem Bereich des Umweltschutzes haben dazu geführt, dass die Qualität schnell zunahm und viele Pflanzen und Tiere wieder an und im Gewässer heimisch geworden sind.

 

Das sind die Möglichkeiten der Abwasserbehandlung an Flüssen wie der Oder

Abwasserbehandlung ist ein komplexes Themengebiet. Der zivilisatorische Fortschritt und die Zunahme der Bevölkerungsdichte haben dazu geführt, dass Schadstoffe entstehen, die vor der industriellen Revolution noch unbekannt waren. Aber auch bereits bekannte Schadstoffe, wie die in Fäkalien enthaltenen, werden durch die Zunahme der Bevölkerung, in hoher Konzentration schädlich für die Umwelt - und letztendlich über das Grundwasser für den Menschen selbst.

Kläranlagen sorgen dafür, dass Abwässer nicht ungeklärt in Flüsse wie, die Oder abgelassen werden. Dabei werden unterschiedliche Quellen berücksichtigt. Den Großteil machen Haushalte aus, aber auch die Abwässer von Industrieanlagen sind in Gewerbegebieten ein entscheidender Faktor.

Um die Belastung von Kläranlagen zu reduzieren, wurden über die letzten Jahrzehnte bereits Maßnahmen getroffen. So werden zum Beispiel im Haushalt immer mehr biologisch abbaubare und weniger schädliche Putzmittel verwendet. Auch in der Industrie müssen viele verunreinigte Abwässer zunächst vor Ort gereinigt werden, bevor sie ins öffentliche Abwasser abgeleitet werden dürfen.

Kläranlagen nutzen verschiedene Methoden, um Schadstoffe zu filtern. Das ist wichtig, da jeder Schadstoff unterschiedlich behandelt werden muss.

Die mechanische Reinigung umfasst das Entfernen von unterschiedlich großen Fremdkörpern, wie Ästen und Laub. Sandbecken reinigen von Steinen und Glassplittern.

Danach kommt die biologische Reinigung. Diese geschieht in verschiedenen Becken. In diesen befinden sich Bakterien und Pilze. Sie bauen die Verschmutzung auf biologische Art und Weise ab. Das heißt, sie verwenden die Schadstoffe als Nahrung und wandeln diese in unschädliche Stoffe um. Die Becken unterteilen sich dabei in Belebungsbecken und Nachklärbecken.

Als Abfallprodukt entsteht dabei Klärschlamm. Dieser wurde wegen der positiven Eigenschaften oft als Düngemittel in der Landwirtschaft verwendet. Seit aber festgestellt wurde, dass auch Restschadstoffe enthalten sind und in die Böden dringen, wurde diese Verwertung durch den Gesetzgeber verboten.

Kraftwerke und Müllverbrennungsanlagen nutzen diesen Klärschlamm nun, um auf thermischem Wege Energie zu erzeugen. Je nach Verfahren können dabei wertvolle Phosphate gewonnen werden.

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