Seelow (kel). Für die Realisierung des Projektes Ostbahn müsse noch „ein dickes Brett durchbohrt werden“, sagte Jörg Schröder, Bürgermeister der Stadt Seelow, auf der 3. Internationalen Ostbahnkonferenz im Kreiskulturhaus Seelow.

Die Ostbahn fand keine Berücksichtigung im Bundesverkehrswegeplan 2030. Auf ihr vollziehe sich lediglich Schienennahverkehr, lautet die Begründung. Die Ostbahn brauche „eine starke Lobby“, erklärte Landrat Gernot Schmidt in seiner Eröffnungsrede. Rund 740 Kilometer lang war einst die Ostbahn. Fahrgäste schwärmten von der Landschaft beiderseits der Gleise. Sie bestände aus viel „Himmel, Sand und Kiefern“.
Nun wollen Politikerinnen, Politiker und Eisenbahnenthusiasten die Ostbahn wieder beleben. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Kalten Krieg arg vernachlässigt. Diese „Eisenbahn verbindet Menschen“, begründete Gernot Schmidt, Landrat des Landkreises Märkisch-Oderland, sein Engagement. Dazu müsste ein zweites Gleis eingebaut und die Strecke elektrifiziert werden. „Ohne Elektrifizierung gibt es keine Zukunft“, so Karl-Heinz Bossan von Client Consult, der Initiator des Ostbahn-Projektes.
Für den Ausbau der Strecke setzt sich auch Michael Cramer vom Europäischen Parlament in Brüssel ein.
Er teilte den Tagungsteilnehmern und Tagungsteilnehmerinnen überraschend mit, dass für Gleis-Lückenschlüsse an den Grenzen 110 Millionen Euro von Brüssel zur Verfügung gestellt werden. „Wir wollen bis April nächstes Jahr eine Siedlungsgemeinschaft bilden“, sagte Bossan.
Abschließend wünschte er sich mehr Unterstützung von der polnischen Seite. Die nächste Ostbahnkonferenz soll deshalb in Gorzów stattfinden.