Bad Saarow (eb/daf). Anlässlich der 25. Brandenburgischen Seniorenwoche wurden im Theater am See 18 Seniorinnen und Senioren ausgezeichnet.

Im vollen Saal des Theaters begrüßte Hans-Christian Karbe, Vorsitzender des Kreisseniorenbeirates die Seniorinnen und Senioren sowie die zahlreich erschienen Gäste aus Politik und Wirtschaft. Unter dem Motto „Ein viertel Jahrhundert aktiv und mitbestimmend“ forderte Hans-Christian Karbe die Senioren auch weiterhin auf, mehr Gesicht zu zeigen und Einfluss zu nehmen. Als anschließender Gastredner sprach Landrat Rolf Lindemann. Dabei appellierte er für Mitbestimmung und Mitwirkung. „Dass wir alle so leichtfertig mit Frieden und Freiheit umgehen, kann man nur als Ausdruck einer historisch-politischen Unbildung und der zunehmenden Ich-Bezogenheit begreifen. Wahrscheinlich trägt auch eine gewisse Wohlstandverwahrlosung, die den Konsum und die Bequemlichkeit zum höchsten Wert erhebt, dazu bei. Genau hier sind wir alle, gerade wegen unserer Erfahrung, weil wir das Wohl auch der nachfolgenden Generationen stets im Auge behalten sollten, aufgerufen, energisch unsere Stimme zu erheben und politisch pädagogisch zu wirken. Das gilt für uns Deutsche und unsere polnischen Freunde im gleichen Maße“. Lindemann wünsche sich von allen, „die einigermaßen bei Verstand sind“, Verantwortung zu tragen und ihre Mitgestaltungsmöglichkeiten wahrzunehmen. „Wir müssen uns schon mehr Mühe geben. Wir müssen nicht nur reden, sondern auch handeln“, sagte er weiter.
Der Familie räumte Lindemann in seiner Ansprache großen Stellenwert ein. Die „intensivsten menschlichen sozialen Bindungen“ befänden sich in der Regel immer noch in der Familie. „Die Familie ist die Urzelle jeglicher menschlicher Gemeinschaft“, würdigte er die „altehrwürdige Institution“. Dabei lobte er den Einsatz von Großeltern, die junge Familien mit Betreuungs- und Erziehungsaufgaben von Enkeln entlasten, um ihnen berufliche und persönliche Entwicklung und Entfaltung zu ermöglichen. „Da finden gewaltige Umverteilungen von Geld und Vermögen statt, um jungen Familien überhaupt einen guten Start zu ermöglichen“, sagte der Landrat außerdem.
Das Engagement von Senioren zeige sich nach Meinung Rolf Lindemanns aber nicht nur bei der eigenen Familie, sondern auch bei der Flüchtlingsintegration. „Wir sehen also, auch gesellschaftliche Solidarität kennt keinen Ruhestand. Die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft sind kein Schicksal, sondern, wenn man sie als solche erkannt hat, ein politischer Gestaltungsauftrag an alle Bürger, die das leisten können“, fasste der Landrat zusammen. Wohnen im Alter, Mobilität, Gesundheit und Pflegeversorgung, Vermeiden von Altersarmut und kulturelle Teilhabe bis ins hohe Alter, sind Themen die im Kreistag an Bedeutung gewinnen werden und gemeinsam mit der Erfahrung und Expertise der Senioren angepackt werden sollen.
Im Anschluss an die Rede des Landrats hatte auch SPD-Landtagsabgeordnete Elisabeth Alter, die sich mit ihrem langjährigen Einsatz als Beauftragte des Landkreises unter anderem um die Seniorenarbeit verdient gemacht hat, einige Worte für die Senioren übrig. Zunächst einmal lobte sie die Kulisse, die sie mit der Bambiverleihung verglich. In ihrer Rede betonte sie, dass in den einzelnen Seniorenbeiräten „nicht nur gefeiert, sondern auch seniorenpolitische Arbeit geleistet wird”. Zum Schluss wünschte sie Lust, Gesundheit und Kraft beim weiteren Engagement.
Im Zuge der Veranstaltung überreichte das neue Vorstandsmitglied der Sparkasse Oder-Spree, Matthias Maschke an Hans-Christian Karbe und Rolf Lindemann einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro. Diese Summe wurde bereits gerecht an alle 18 Seniorenbeiräte verteilt. Als Überraschung erhielt der Kreisseniorenbeirat eine Zusatzspende in Höhe von weiteren 2.500 Euro. Zum weiteren Rednerkreis gehörte auch Dr. Franz Berger, Kreistagsvorsitzender der SPD von Oder-Spree. Der stellvertretende Landrat von Sulecin, Tomasz Prozorowicz lobte die „sehr klugen und wertvollen Worte” von Landrat Rolf Lindemann. Sehr dankbar sei er den Senioren für ihren Erfahrungs- und Wissensschatz, den sie sich angeeignet haben, aber auch bereit sind, diesen zu teilen. Gemeinsam mit der Leiterin des Seniorenheims „Haus Tursk”, Alina Konopko-Zelechowska und Agata Gieronska, stellvertretend vom Zentrum für Familienhilfe, überreichte Tomasz Prozorowicz Geschenkkörbe.