Frankfurt/Oder (gla). Zum 35. Mal organisierten die Gronenfelder Werkstätten den Topfmarkt.

Die Veranstaltung sollte um 10 Uhr beginnen. Viele Gäste fanden sich aber bereits um 9 Uhr auf dem Landgut ein. Beim Topfmarkt wurden nicht nur Keramikwaren verkauft, sondern auch Pflanzen, Bücher, Schmuck, Körbe und vieles mehr. Obendrein hat er sich mit seinem Unterhaltungsprogramm auf zwei Bühnen, der Bastelstraße, dem Flohmarkt und dem breiten Angebot an Speisen und Getränken   inzwischen zum Volksfest entwickelt, das jährlich tausende Leute von nah und fern anlockt.
Viele nutzten die Gelegenheit, um das Landgut mit seinen Werkstätten für Formstein, Textilien und Keramik, Tischlerei, Nutzgärten und -Tieren zu besichtigen. Anlässlich des Jubiläums waren auf dem Gelände verteilt Keramiktafeln aufgehängt worden, die über Höhepunkte aus der Geschichte des Landguts informierten.
Alle fünf Jahre lässt sich das Personal der Gronenfelder Werkstätten etwas besonderes zum Topfmarkt einfallen. Diesmal hatte es ein Theaterstück nach dem Märchen „Tischlein deck dich“ der Gebrüder Grimm einstudiert. Die Kostüme fertigte Regisseurin Margitta Gröschke an. Gute zwei Monate lang probten einige der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bei den Gronenfelder Werkstätten der Wichern Diakonie Menschen mit Behinderung betreuen, fast jeden Abend nach der Arbeit.
Dass sich diese Mühe gelohnt hatte, zeigte sich kurz nach der Mittagsstunde auf der Bühne. Das Festzelt der Gartenschänke, das sich bereits während der Auftritte des Musikensembles Tiritomba und der Wichern Line Dancer gefüllt hatte, war bald von einer Menschenmenge umgeben. Die „semiprofessionelle Theatergruppe“, wie sie sich selbst nennt, hatte das Märchen mit Humor, Musik und Anspielungen auf ihre eigene Tätigkeit bearbeitet. Große und kleine Zuschauer mit und ohne Behinderung lachten und jubelten besonders bei den Szenen, als der Schneider seine Söhne mit Fußtritten verjagte oder der Goldesel Münzen ausschied. Über eine Stunde unterhielt die Theatergruppe das Publikum und wurde mit tosendem Applaus belohnt.