Frankfurt/Oder (kel). Mit Abgeordneten des Europaparlaments fand im Hansesaal des Bolfrashauses ein Forum statt.

Es ging um die Lage der Europäischen Union. Großbritannien tritt aus der EU aus (Brexit), Polen und weitere Staaten streben nach mehr Eigenständigkeit. „Die Briten werden dafür noch einen hohen Preis zahlen“, so Dariusz Rosati, Mitglied des Europäischen Parlaments. Die Arbeitslosigkeit würde zunehmen und gegenüber britischen Waren werden erhebliche Zölle verlangt werden. „Könnte es einen Krieg zwischen der EU und Großbritannien geben?“ fragte ein besorgter Jugendlicher. Michael Cramer, Bündnis 90/Die Grünen, verneinte. Er befürchte jedoch, dass die Spannungen innerhalb von Großbritannien zunehmen. Gleichzeitig betonte er, die Gründung der EU habe dazu geführt, dass es seit 70 Jahren Frieden in Europa gibt. Unterschiedliche Staaten haben sich zu einer Solidar- und Verantwortungsgemeinschaft zusammengeschlossen. „Wie wird sich die weitere Zusammenarbeit mit Polen gestalten?“ fragte ein polnischer Bürger. Dort hat eine rechtspopulistische Partei (PiS) die Macht übernommen. „Wir schauen mit Besorgnis auf Polen“, antwortete Rosati. Ein Vertreter der PiS ist der Einladung zum Forum nicht nachgekommen, was von den Anwesenden bedauert wurde. Optimistisch stimme, dass eine große Mehrheit der polnischen Bevölkerung für die weitere Mitgliedschaft in der EU ist.
Themen, die während der Diskussion angesprochen wurden, notierten sich die Vertreterinnen und Vertreter aus dem EU-Parlament. Sylvia-Yvonne Kaufmann (SPD) resümierte: „Wir müssen viel mehr miteinander kommunizieren“.
Das Forum wurde an einem Vormittag veranstaltet. Vielleicht war das der Grund, weshalb sich nur wenige Bürgerinnen und Bürger an der Diskussion beteiligten.