Frankfurt/Oder (gla). Im Bildungszentrum Ostbrandenburg begann die Qualifizierung elf neuer Lokführer.

Arbeitsagentur und Jobcenter fördern die komplette Qualifizierung zum Triebfahrzeugführer, einschließlich Lehrgangs-, Reise-, Verpflegungs- und Unterkunftskosten. Wer Arbeitslosengeld bezieht, bekommen es während der Berufsqualifizierung weiterhin. Der Lehrgang dauert knapp zwölf Monate. Der theoretische findet in angemieteten Räumen des Frankfurter Bildungszentrums statt. Praktische Erfahrung sammeln die Teilnehmer bundesweit auf der Schiene. Diejenigen, die den Lehrgang erfolgreich abschließen, erhalten den Führerschein B. Der berechtigt zur Fahrt auf dem gesamtdeutschen Netz.
Das in Hamburg ansässige Eisenbahnverkehrsunternehmen HSL richtet den Lehrgang aus und garantiert Absolventen, die das wünschen, einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Sie werden dann auf Güterzügen, größtenteils im Ostverkehr eingesetzt. „Wir fahren vorrangig auf elektrischen Lokomotiven“, sagt David Rehr von HSL. „Da haben Sie eine Beschleunigung, da kann so ein Ferrari nicht mithalten.“ Der Beruf bietet keine reguläre Arbeitswoche. Auch nachts und am Wochenende müssen Güterzüge fahren. Dafür erhalten die Lokführer ein monatliches Nettogehalt von 2.500 bis 3.000 Euro, eine Bahncard 100, 28 Urlaubstage, und nach zwei Jahren eine Kreditkarte, die der Arbeitgeber jeden Monat mit 65 Euro auflädt. Voraussetzungen sind ein Mindestalter von zwanzig Jahren, Deutschkenntnisse, ein Hauptschul- oder Berufsabschluss und Freude am Reisen.
„Die Chancen, nach erfolgreichem Abschluss der Qualifizierung einen Job zu finden, sind sehr gut“, sagt Rudolf Lange, Bereichsleiter in der Frankfurter Arbeitsagentur. Beim vorigen Lehrgang bekamen alle neun Teilnehmer, die die Prüfung bestanden, gleich ein Einstellungsangebot. Wichtig sei, so David Rehr, möglichst wenige Lehrstunden zu versäumen: „Pünktlichkeit, auch wenn man es nicht glauben mag, spielt bei der Bahn eine große Rolle.“