Ostbrandenburg (eb/geh). Brandenburgs Agrarweltminister Jörg Vogelsänger hat mit dem Präsidenten des Landesbauernverbands, Henrik Wendorff, eine erste Bilanz der diesjährigen Ernte gezogen.

„Es wird nach den extremen Wetterlagen, die zu Schäden in landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen geführt haben, niemanden überraschen, dass wir insgesamt von keinem guten Erntejahr ausgehen. In einigen Landkreisen gehen wir sogar von so erheblichen Verlusten aus“, resümmierte Vogelsänger.
Bei wichtigen Kulturen seien von den Betrieben regional hohe Ausfälle, in einigen Fällen sogar Totalverluste, angezeigt worden. Allerdings wäre die Situation in einem großen Flächenland wie Brandenburg auch sehr unterschiedlich. Genauere Zahlen über die wirtschaftlichen Auswirkungen werden sich erst ergeben, wenn in wenigen Wochen ein Großteil der Ernte verkauft ist. Dennoch sind bereits erste Schritte auf dem Weg gebracht, um möglichst zeitnah mit Hilfen reagieren zu können.
Denn bereits in diesem Jahr müssen die Landwirte die für die Ernte 2018 notwendigen Investitionen - zum Beispiel in Saatgut und Pflanzenschutzmittel - sicherstellen und Betriebe, denen durch das Wetter die Futtergrundlage verloren geht, müssen zukaufen. Nach den Regularien der EU können betroffene Agrarunternehmen einen teilweisen Schadensausgleich aufgrund extremer Wetterereignisse erlangen.
In den Kreisen erfolgt derzeit die Erfassung der Frostschäden vom April sowie der landwirtschaftlichen Schäden durch starke und anhaltende Regenfälle im Juli. Ziel sei, bis zum Monatsende einen ersten Überblick über die Höhe der zu erwartenden Anträge zu bekommen, um dann die finanziellen Mittel mit dem Finanzministerium und gegebenenfalls auch mit dem Landtag abzustimmen. Wegen des unbeständigen Wetters gehen die Erntearbeiten nur sehr zögerlich voran. Zeitweise verzeichnen Landwirte beim Drusch ein Rückstand von ein bis zwei Wochen im Vergleich zu den Vorjahren. Wegen des Starkregens ist mancherorts Getreide zum Liegen gekommen, was die Ernte zusätzlich erschwert. Zur Qualität können zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Aussagen getroffen werden. Vogelsänger: „Jedoch wirkt jeder Regentag auf die Qualität”.
Die Ernte der Wintergerste ist abgeschlossen. Geschätzt wird derzeit ein Ertrag von 61,5 Dezitonnen je Hektar im konventionellen Anbau. Das entspreche laut Ministerium einem fünfjährigen Mittelwert von 62,5 Dezitonnen je Hektar. Die Ernte beim Winterraps ist in etwa zu 90 Prozent abgeschlossen. Die Erträge von 26,4 Dezitonnen je Hektar im konventionellen Anbau sind laut Vogelsänger enttäuschend. Sie liegen etwa 9 Dezitonnen je Hektar unter dem fünfjährigen Durchschnitt. Der Anteil der abgeernteten Fläche bei Winterweizen und Winterroggen liegt bei 70 bis 75 Prozent. Die Ertragsvorschätzungen bewegen sich beim Winterweizen bei etwa 62 Dezitonnen je Hektar im konventionellen Anbau. Das sind zirka 6 Dezitonnen unter dem fünfjährigen Mittelwert. Winterroggen liegt mit rund 38 Dezitonnen je Hektar im konventionellen Anbau etwa 10 Dezitonnen unter dem fünfjährigen Mittelwert.