Frankfurt kann sich nichts leisten. Bitten um dringend notwendige Reparaturen prallen an der Lage des Haushalts ab. Den genehmigt das Land wegen Rechenfehlern nicht, nachdem sich der Oberbürgermeister schon dafür feierte. Um höhere Einnahmen zu generieren, muss ab Januar die Bevölkerung blechen. Straßenreinigung, Winterdienst, Müllabfuhr, Trink- und Abwasser werden dann noch teurer. Gleichzeitig spart die Stadt an dem, was sie für überflüssig hält, am öffentlichen Verkehr zum Beispiel. Es ist zwar schön, dass die Straßenbahn nach über einem Jahr endlich wieder nach Markendorf fährt. Auch ins Klingetal kommt der Bus jetzt zu Stoßzeiten öfter als einmal stündlich. Im Gegenzug streichen die Bus- und Bahnbosse eine andere Linie ersatzlos, und schrauben den kompletten Verkehr während des Sommers zurück. Beschwerden über überfüllte Waggons nehmen Stadt und Verkehrsgesellschaft achselzuckend zur Kenntnis. Offenbar sollen immer mehr Leute gezwungen werden, aufs Auto umzusteigen und die Kommunalkasse mit Parkgebühren aufzufüllen. Die einzigen Ausgaben, für die genug Steuermittel zur Verfügung stehen, sind die bis zu sechsstelligen Jahresgehälter, die wir unseren führenden Arbeitnehmern im Rathaus und in städtischen Betrieben zahlen. Allein die neuen Posten, die unser Oberwilke nach seinem Amtsantritt erschuf, kosten knapp eine viertel Million Euro im Jahr. Mir wäre es peinlich, das Vielfache von dem zu kassieren, was Krankenschwestern oder Feuerwehrleute verdienen. Wer braucht überhaupt so viel Geld? Schließlich haben wir kaum Landeplätze für Privatflugzeuge, und die Oder ist zu flach für Luxusjachten.