Passen Sie bitte auf, dass Sie sich beim Lesen der Seite 11 nicht am Kaffee verschlucken. Da äußern sich Menschen zur Absicht der Verantwortlichen, in Frankfurt (Oder) die Kita-Gebühren drastisch anzuheben. Geplant ist, dass auch Familien, die von Arbeitslosengeld II leben müssen, künftig einen Mindestsatz zu zahlen haben. Nun bin ich überhaupt kein Fan von kostenlosen Angeboten, die irgendwann niemand mehr zu schätzen weiß, und die dann für selbstverständlich gehalten werden. Aber in diesem Fall gehe ich voll mit den Leserbriefschreibern mit. Ich finde, die Vorlagenschreiberlinge haben sich da eine Milchmädchenrechnung überlegt. Sie vertrauen auf mehr Einnahmen, wenn auch die Ärmsten ihre Beiträge entrichten. Zehn Euro pro Kind hört sich nicht viel an. Aber was machen Eltern, die zwei, drei, vier Kinder haben? Glauben Sie wirklich, dass deren Kinder dann noch in Krippe, Kita und Hort gehen werden? Ich befürchte, die Kleinen werden aus finanziellen Gründen dann eher zuhause betreut. Das kann auch schön sein, aber bestimmt nicht gewollt. Soziale Kompetenz - wie Fachleute gern sagen - erlernen die Kleinen im Kindergarten schneller. Auf Deutsch: Da können sie Freundschaften knüpfen, Lieder lernen, unbeschwert spielen und trocken werden, ohne sich mit den Eltern rumplagen zu müssen. So eine kleine Auszeit vom heimischen Alltag tut doch allen gut. Vielen Mädchen und Jungen soll das jetzt genommen werden. Und der zweite Punkt der mich bewegt: Werden denn mit den höheren Gebühren auch die Angebote in den Betreuungseinrichtungen umfangreicher und der Service besser? Darüber spricht natürlich niemand.