Der Schornstein des ehemaligen Wasserwerks im Buschmühlenweg soll abgerissen werden. Seine Unterhaltung wäre zu aufwendig, verlautet es von der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft (FWA). Ist der Abriss zu begrüßen? Benötigt Frankfurt dieses Relikt aus dem Industriezeitalter? Ja, unbedingt. Zeigt es doch die Baukunst und Lebensweise vergangener Zeiten. Viele historische Bauten Frankfurts existieren nicht mehr. Sie wurden Opfer des Zweiten Weltkriegs oder vergammelten anschließend  als Dokumente einer ungeliebten Epoche. Nach der Wende wurden sie Leidtragende eines alles beherrschenden Kosten-Nutzen-Denkens. Bisher überstand das alte Wasserwerk alle problematischen Zeiten. Es wurde in den Jahren 1872 bis 1874 gebaut und versorgte einst ganz Frankfurt mit einer Mischung aus Oder- und Grundwasser. Nach dem verheerenden Oderhochwasser 1997 musste der Betrieb eingestellt werden. Die Trinkwasserversorgung erfolgt seitdem vom Wasserwerk Briesen aus. Neben Enteisungsanlage, Pumpenhaus, Filterbecken steht im Buschmühlenweg auch der ungefähr 40 Meter hohe Schornstein. Er hält das Gesamtbild der Anlage im ästhetischen Gleichgewicht. Der Schlot besteht aus Klinkermauerwerk, das mit hohem handwerklichen Können eingebaut wurde. Für Besucher der Oderstadt bildet der Schornstein dank seiner Höhe auch eine gute Orientierungshilfe. Da ein materieller Nutzen, der ideelle ist gegeben, in der heutigen Zeit meist angestrebt wird, könnte der Schornstein  als Sendeturm oder Werbeträger genutzt werden. Auf jeden Fall muss sein Abriss verhindert werden. Also, Herr Ulrich-Christian Dinse, lehnen sie diesen als oberster Denkmalschützer Frankfurts ab.