In Mecklenburg-Vorpommern wurde gewählt. Dabei stieg die sogenannte Alternative für Deutschland zur zweitstärksten Kraft auf. Die meisten Stimmen erhielt die neue Partei in Wolgast. Menschen vom Fernsehen fuhren sofort hin, um die Bevölkerung zu befragen. Bei den Interviews, die gezeigt wurden, fiel mir etwas Unerwartetes auf. Flüchtlingskrise und Islamisierung nannten die Wenigsten als Grund für ihre Entscheidung. Der Großteil der Wolgasterinnen und Wolgaster war unzufrieden mit der Situation der Stadt seit der Kreisreform des Lands im Jahr 1994. Damals verlor das Tor zur Insel Usedom seinen Status als Kreisstadt. Damit verschwanden viele Ämter und Arbeitsplätze. Seitdem gibt es im Ort weniger Kundschaft für den Handel und weniger Gäste für die Gastronomie. Inzwischen gibt es dort weniger von allem, denn die Abwanderung soll oben im Norden noch extremer sein als hier in Brandenburg. Und diejenigen, die in der Heimat geblieben sind, haben offensichtlich die Nase voll von ihren gewählten Oberhäuptern. Also geben sie jetzt ihre Stimme der Partei, die keinerlei Regierungserfahrung hat. Und das obwohl oder gerade weil der Rest der politischen Klasse die rechten Emporkömmlinge nicht riechen kann. Ähnliche Verhältnisse könnten wir dank der Potsdamer Zentralisierungspläne, die angeblich Geld sparen, auch hier bald haben. Besonders Beeskow und Frankfurt müssen um ihren Status fürchten. Dann bekommen Leute, die für Wehrpflicht und Putinisierung, gegen grüne Energie und Homoehe sind, eventuell die Oberhand. Vielen Dank, rot-rote Koalition und grüne Stimmenthalter, für den Rückschritt um Jahrzehnte.