Es gibt zu viele Gelegenheiten zum Einkaufen und Ausgehen in Frankfurt (Oder). Davon sind zumindest die Stadtverordneten überzeugt. Sie haben beschlossen, diesem Exzess ein Ende zu bereiten und es den Leuten in Einzelhandel und Gastronomie an der Oder etwas schwerer zu machen. Wer künftig Klapptafeln aufstellt, um für einen Laden, ein Café, eine Gaststätte oder Kneipe zu werben, bekommt ein saftiges Bußgeld aufgebrummt. Das gilt auch für jene, die nur ein aktuelles Angebot oder das Süppchen des Tages ankündigen. Zwar stimmt es, dass manche es übertrieben und ihre Terrassen mit bis zu fünf Tafeln einzäunten. Aber das sollte kein Grund sein, gleich alle zu bestrafen. Übrigens droht die Geldstrafe auch für Fahrradständer, die das Firmenlogo eines Geschäfts tragen. Das wurde auch höchste Zeit. Schließlich haben wir unter den fahrradfreundlichsten Städten Deutschlands immer noch nicht den letzten Platz erreicht. Daran sollten wir arbeiten. Zur am wenigsten lebenswerten Stadt haben wir es ja schon einmal in einer Umfrage geschafft. Aber mal im Ernst, mich haben diese Tafeln nie gestört. Da stehen die provisorischen Verkehrsschilder auf den Bürgersteigen deutlich mehr im Weg, besonders wenn sie seit Monaten vor Straßenschäden warnen und bei jedem Sturm durch die Gegend fliegen. Manchmal nehmen sie soviel Platz weg, dass man fast auf der Fahrbahn laufen muss. Aber zum Glück hat die so viele Schlaglöcher, dass die Autos ohnehin gezwungen sind, langsam zu fahren. So richtig rasen lässt es sich nur auf den Durchgangsstraßen. Wenn die Stadtverordneten Geld für Ausbesserungsarbeiten brauchen, könnten sie dort ein paar Blitzer mehr aufbauen.