Sirenen heulten früher in Frankfurt (Oder) immer mittwochs um 13 Uhr. Diese Woche wäre es fast wieder soweit gewesen. Nur knapp dreißig Kilometer von der Heimatstadt entfernt gab es eine Terrorwarnung. In Eisenhüttenstadt wurde eine Wohnung durchsucht - mit vielen Einsatzkräften und Sprengstoffhunden. Dass die Gefahr nun doch so nah an die Ostbrandenburgerinnen und Ostbrandenburger kommen sollte, erschreckte Mittwochmittag viele Menschen. Fast alle wussten zeitnah von dem Einsatz. Aus Meldungen in Radio, Fernsehen oder Internet fühlten sie sich so gut informiert, dass sie meinten, mitreden zu können. Nur Eisenhüttenstadts Bürgermeisterin Dagmar Püschel hatte anscheinend keine Ahnung, was in ihrer unmittelbaren Umgebung vor sich ging. In einer persönlichen Erklärung beklagte sie sich am Donnerstag, dass sie nicht in ihre Wohnung durfte und niemand sagte, was eigentlich los ist. Nun drängen sich verschiedene Fragen auf: Wurde sie wirklich nicht von dem bevorstehenden Einsatz oder wenigstens von der andauernden Wohnungsdurchsuchung in Kenntnis gesetzt? Oder hat sich die Verwaltungschefin der Stahlstadt in ihrem Schreiben einfach nur unglücklich ausgedrückt? Das wäre wohl die bessere Variante. Denn es ist kaum vorzustellen, dass ein Stadtoberhaupt nicht mindestens stündlich Nachrichten hört oder regelmäßig ins Netz guckt. Gerade mit Blick auf das bevorstehende Stadtfest und die jüngst verübten Terroranschläge in Deutschland. Zum Glück ist die Angelegenheit nochmal glimpflich ausgegangen. Der befürchtete Sprengstoff entpuppte sich als ein paar Böller. Aber auch die haben zwischen feiernden Leuten nichts zu suchen.