- Von Katja Gehring -
Baden fahren ging vorige Woche nicht. Erstens war die Zeit zu knapp, zweitens kam das schlechte Wetter dazu. Ich war eigentlich ganz froh darüber. Aber die Kinder haben gemault. Die können ja auch leicht reden. Die Kleine sieht total niedlich aus mit ihrem Eiskönigin-Badeanzug und auch die Große kann sich in dem neuen Violetta-Bikini sehen lassen. die Mädels müssen sich noch keinen Kopf über die Figur machen. Bei Mama und Papa ist die Lage da schon etwas prekärer. Das T-Shirt kann am Strand nicht lang genug sein, um Problemzönchen zu kaschieren. Nicht des Selbstschämens wegen. Vielmehr geht es darum, die Mitmenschen nicht zu schocken. Vielzu oft kreuzen auf der Straße Frauen den Weg, die ihre besser passende Kleidergröße nicht wahrhaben wollen. Oder die den letzten Pediküre-Termin verschwitzt haben. Apropos verschwitzt: Bei rasierten Achseln passiert das seltener. Und dann sind da noch Männer, die nicht dran denken, die Socken auszuziehen, bevor sie in die Sandalen schlüpfen. Manchmal halten auch die Knöpfe beide Hemdteile nicht mehr zusammen. Da schimmert dann ein kleines bisschen Dickbauch raus. Aber was so ein ganzer Kerl ist, der darf das. Gerade im Sommer, wenn er im Garten schuftet, bringt Mutti gern mal ein Stück Quark-Sahne-Torte mehr raus. Zur Stärkung. Und auch das zweite Bierchen macht gar nichts. Das hat er sich verdient, der Vati. Vielleicht freut sich die Partnerin sogar über jedes Gramm mehr am Leib des Mannes. Er hat sich wohl wieder mit der Floskel der sexuellen Schwungmasse beliebt gemacht... So oder ähnlich könnten die Gedanken von Strandgästen lauten. Und weil ich das nicht genau weiß, ist mehr ein kühler Sommer viel lieber als ein heißer.