- Von Katja Gehring -
Sprache ist ein hohes Gut, wenn man sie richtig einsetzen tut... Ob diesen Satz schon mal ein wichtiger Mensch gesagt hat, weiß ich nicht. Er ist mir gerade eingefallen - beim Rauchen einer Zigarette. Die habe ich dringend gebraucht. Das hier ist nämlich schon mein dritter Versuch, das „Am Rande” zu schreiben. Eigentlich sollte es um den guten Ton gehen. Denn den finde ich unheimlich wichtig. Gerade in meinem Beruf. Bevor ich irgendwo anecke, weil ich nicht die richtigen Worte gewählt habe, mache ich lieber Überstunden und fang nochmal von vorn an. Wahrscheinlich werden sich dieser Tage viele Menschen fragen, ob sie immer die korrekte Ansprache finden oder gefunden haben. Allerdings gilt es da, auch Unterschiede zu machen. Der Maurer-Lehrling muss sich nicht so ausdrücken können wie die Universitätsprofessorin. Das würde auf dem Bau auch ganz schön blöd ankommen. Und die Auszubildenden der Sparkasse Oder-Spree werden bestimmt anders reden als die im Hauptzollamt. Das ist ihrer Zielgruppe geschuldet. Also ihrem Gegenüber. Eben, den Menschen, mit denen sie zu tun haben werden. Ja, die richtigen Worte zu finden, ist gar nicht so einfach. Nicht selten artet die Suche danach in Wortspiele aus, die nur Eingeweihte verstehen. Ich versuche immer, mir sowas zu verkneifen. Dann wird unsere Zeitung für die breite Leserschaft viel zu langweilig. Obwohl. Heute gönne ich mir mal einen Versuch, auch auf die Gefahr hin, dass ihn nur ein, zwei Leutchen deuten können: Ein guter Maurer muss kein guter Journalist sein. Aber ein guter Journalist muss gut mauern können.