Ich wurde aufgefordert, einen Kommentar zum Thema Ausbildung zu schreiben. Hier ist also meine Meinung zu Ausbildung: Ich bin dafür. Es ist immer gut, einen Beruf zu lernen. Meine erste Lehre absolvierte ich als Elektriker bei der Reichsbahn. Dabei musste ich unter anderem einen Hammerkopf aus einem Stück Rundstahl feilen. Seitdem ergab sich nie wieder die Gelegenheit, diese Fähigkeit anzuwenden. Da es zu Zeiten des real existierenden Sozialismus wichtig war, bewaffnet für den Frieden zu kämpfen, schickte mich die Berufsschule auch in das Wehrlager von Bad Saarow, das nach dem Gründer des KGB?benannt war. Dort übte ich marschieren, schießen, Handgranaten werfen, Bayonett stechen und mit dem Gewehrkolben zuzuschlagen. Ich bin froh, sagen zu können, dass ich auch dieses Fachwissen nie in der Praxis angewendet habe. Viel später, als Hafenarbeiter, wurde ich in der Bedienung eines Gabelstaplers unterwiesen. Das nahm etwa drei Minuten in Anspruch. Ich erhielt nicht einmal ein Zeugnis. Immerhin versank mein Gabelstapler nie im Amsterdamer Hafenbecken, womit sich nicht alle meine Kollegen brüsten konnten. In Südafrika genoss ich eine mehrwöchige Ausbildung zum Wachmann, die ich für meine damalige Tätigkeit als Rausschmeißer benötigte. Der Dozent zeigte uns, welche Waffen am häufigsten von Terroristen benutzt werden. Ich erzählte ihm, dass ich zwei dieser Mordwerkzeuge aus dem Wehrlager kannte. Mit meiner jetzigen Arbeit haben all diese Ausbildungen genau so wenig zu tun wie die Tatsache, dass ich reiten kann. Aber das kann ja noch kommen. Jedenfalls schadet es nie, etwas gelernt zu haben.