Von Katja Gehring
Was ist eine Unterschrift des brandenburgischen Innenministers wert? Mehrere Millionen Euro und ein gutes Stück Lebensqualität für Frankfurterinnen und Frankfurter. Wird nicht gespart, gibt es kein Geld vom Land. Pfiffig, wie Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke sich gern gibt, hat er die neuen Stadtverordneten gleich auf seine Seite gezogen und sich mit deren Zustimmung zu den Sparmaßnahmen doppelt abgesichert. So kann er sagen, die hätten das auch gewollt. Und er kann – wenn was schief geht – einen Großteil der Schuld auf die Hobby-Politiker abwälzen. Was passiert, wenn Frankfurt (Oder) es nicht schafft, die Schulden abzubauen? Bei der Beantwortung dieser Frage herrscht Schweigen im Walde. Apropos Wald: Der soll kleiner werden. Denn Oberbürgermeister René Wilke und Kumpane wollen vermehrt Bäume fällen und das gewonnene Holz verkaufen, um so die Stadtkasse aufzufüllen. So steht es im Konsolidierungskatalog. Weil der Klimawandel Frankfurt (Oder) als einzige Region auf der Welt verschont. Andere Pläne beißen sich extrem mit der Frankfurt-Kampagne. Sowohl neue als auch alteingesessene Frankfurter werden sich freuen, wenn die Parkgebühren und die Mitgliedsbeiträge im Sportverein steigen, niemand den Schnee vom Gehweg schiebt und nirgendwo mehr Fahrradständer zu finden sind, weil die Aufstell-Erlaubnis Geld kostet. Selbst die Kleinsten werden in den Sparzwang einbezogen. Kitas erhalten geringere Zuschüsse bei den Betriebskosten. Das könnte dazu führen, dass den Kiddies das Klo-Spülen verboten wird. Alles kein Grund zur Aufregung. Ein paar Reserven gibt es noch. Wenn nichts mehr geht, ziehen alle in die Ruine im Stadtzentrum und der Posten des Oberbürgermeisters wird eingespart.