Überhaupt nicht zeitgemäß laufen derzeit die Uhren an Backöfen, Mikrowellen und Kaffeemaschinen. Selbst auf den guten alten Radiowecker - wenn er seinen Saft aus der Steckdose zieht - sollte sich dieser Tage niemand verlassen. Der Grund dafür ist eine Unterversorgung im Stromnetz. Damit hat schon seit Wochen ganz Europa zu kämpfen. Die knappen Ressourcen rauben den Verbrauchern volle sechs Minuten. Wer das weiß, kann sich drauf einstellen. Wer davon keine Ahnung hat, kommt vielleicht zu spät. Die Auswirkungen, die dieser Umstand haben kann, sind noch nicht überschaubar. Manchmal ist der Weg von zuhause zu Bus und Bahn so knapp bemessen, dass diese sechs Minuten viel ausmachen. Gerade für diejenigen, die auf Anschlussverbindungen angewiesen sind. Einzig Zug-Pendlern kann nicht so viel passieren, weil die Deutsche Bahn - gefühlt - nur selten Fahrpläne einhält. Arbeitgeber könnten ihren Beitrag zu einem guten Betriebsklima damit leisten, indem sie die Stechuhr um eben diese sechs Minuten zurückstellen. Obwohl... Ist es überhaupt notwendig, über dieses Thema zu philosophieren? Gibt es wirklich so viele Menschen, die ihren Tagesablauf nach der Uhr am Backofen gestalten? Eigentlich schauen doch die meisten Männer, Frauen und sogar Kinder nur noch auf das Smartphone, wenn sie wissen wollen, wie spät es ist. Damit sind sie immer auf der Höhe der korrekten Zeit. Und mittlerweile kommen auch die Armbanduhren wieder in Mode. Ob mit Lederarmband oder aus Metall, ob digital oder analog, ob mit Apfel oder ohne - auf sie ist in Sachen Zeit immer noch Verlass.