Spannend sind Stadtverordnetenversammlungen in Frankfurt (Oder) selten. Letztes Mal war das anders. Da ging es darum, den Eltern von Kita-Kindern zumindest für ein halbes Jahr etwas Entlastung zu verschaffen, indem ihnen nicht mehr die Kosten für Frühstück und Vesper aufgebürdet werden. Eine gute Sache, werden jetzt viele sagen. Trotzdem gab es wieder Debatten. Diesmal aber nicht, weil unbedingt alle ihren Senf zum Antrag breitschmieren wollten. Sondern, weil dieser zum Thema passte. Die Frage nach der Wahlmöglichkeit für Mütter und Väter, ihren Kleinen Frühstück von zuhause mitzugeben, wurde besonders lange diskutiert. Ich habe da meine ganz eigene Meinung. Die meisten Kitas in dieser Stadt haben sich der gesunden Ernährung schon seit Jahren verschrieben. Auf den Essensplänen stehen morgens Vollkornbrote mit Aufschnitt, Obst und Gemüse und ungesüßter Tee. Gut - ab und zu gibt es auch mal Cornflakes oder ein Stück Kuchen, wenn ein Kind Geburtstag hat. Das macht aber nichts. Am Ende essen alle in der Gemeinschaft das Gleiche. Was passiert aber, wenn alle Eltern ihren Kindern Frühstück mitschicken? Im schlimmsten Fall entsteht Futterneid. Die einen haben gesundes Zeug in der Brotbüchse, die anderen dürfen sich über Milchschnitte und Konsorten freuen. Und ein paar sind wahrscheinlich darunter, die gar nichts dabei haben, weil die Zeit am Morgen einfach zu knapp zum Stullenschmieren war. Ich glaube, alle Eltern sind froh, wenn Ihnen die Arbeit erspart bleibt. Und sie sollten diese Zeit genießen und lieber eine halbe Stude länger schlafen. Denn nur ein paar Jahre später - in der Schule - gibt es keine Wahlmöglichkeit mehr.