Verbraucherschutz ist keine leichte Sache. Manche Leute behaupten, die Justiz sorge sich mehr um die Täter als um die Opfer. Bei einigen großen Firmen trifft das auch zu. Ein aktuelles Beispiel sind die deutschen Autohersteller. Ihnen wird vorgeworfen, Millionen Kunden übers Ohr gehauen, sich untereinander und mit den zuständigen Regierungs-Heinis darüber verabredet zu haben. Dieser Mehrfachskandal schlägt so hohe Wellen, dass er andere Neuigkeiten wegschwemmt. Ein Terroranschlag in einem Supermarkt, bei dem der palästinensische Mörder laut Aussage eines Fernsehkorrespondenten „Aloha akbar“ rief, schaffte es kaum noch in die Nachrichten. In Berlin kam mit der Installation gesichtserkennender Kameras die totale Überwachung einen Schritt weiter. In einer Diskothek wurde mit einem Sturmgewehr herumgeballert. Nach dem Hamburger Bonzengipfel laufen Ermittlungen gegen dutzende Plünderer, Randalierer und Polizisten. Alles Nebensache, so lange die Fahrzeugindustrie gerettet wird. Schnell wurde eine Krisensitzung der Firmenbosse und ihrer Freunde in der Regierung einberufen. Verbraucher- oder Umweltschützer waren nicht eingeladen. Schließlich soll nicht den Geschädigten geholfen werden, sondern den Betrügern. Die sind wichtig für die heilige Wirtschaft. Es geht um Arbeitsplätze, plapperte ein Minister reflexartig. Viele dieser Arbeitsplätze sind zwar in Indien und China, aber so ein Minister muss international denken. Jetzt soll den angeschlagenen Fabrikanten vierrädriger Dreckschleudern mit Steuergeld aus der Patsche geholfen werden. In ihrer Beziehung zur Politik haben die alles richtig gemacht, denn wer gut schmiert, der gut fährt.