Juuchuuuu, am Montag wird die Stadtbrücke wieder aufgemacht. Bloß gut. Das war wirklich kein Zustand. Zwei endlose Wochen lang waren in der unmittelbaren Umgebung der Brücke kaum Autos unterwegs. Wie auch? Mit leerem Tank? Der Weg zur nächsten preiswerten Tankstelle war ja mit Bauzäunen versperrt. Und auch sonst brachte die von oben verordnete Polen-Pause für Autofahrerinnen und Autofahrer viele Unannehmlichkeiten mit sich. Das Familienbudget nahm rapide ab, weil Papa zu faul war, zum Zigaretten-Kauf nach Slubice zu laufen. Sohnemann kann kaum noch aus den Augen gucken, weil der Frisörbesuch in Frankfurt (Oder) einfach zu teuer ist. Und Töchterchen kriegt erst diese Woche die lang ersehnten weißen Eiskönigin-Schuhe, die es nur auf dem Basar gibt. Dann kann Mama auch endlich wieder Gemüse, Käse und Schinken kaufen. Diese Lebensmittel wollte sie nicht schleppen. So richtig zu knabbern hatten aber viele Gewerbetreibende. Den Zeitpunkt der Sperrung hielten sie für total falsch gewählt. Zwei Wochen Herbstferien und dann noch zum Monatsanfang. Das war blöd. Viele, aus Berlin Kommende hätten bestimmt noch einen großen Schein für den Einkauf diesseits der Oder übrig gehabt. Sie mussten die Stadt jedoch umfahren und stundenlang auf der A12 ausharren. Dafür war die Oderstadt und die dorthin führende Autobahn fast jede halbe Stunde in den Nachrichten präsent. Und wenn es nur wegen der Staumeldung war. Wer Frankfurt (Oder) bis dahin noch nicht kannte, muss gedacht haben: Boah ey, dieses Städtchen scheint richtig toll zu sein. Alle wollen da hin.