Auf dem Trödelmarkt der Immobilienwirtschaft hat sich die Stadt Frankfurt (Oder) kürzlich mächtig übers Ohr hauen lassen. Für 200.000 Euro wurde ein Gebäude gekauft, in das nochmal ein Vielfaches an Geld gesteckt werden muss, um es einigermaßen wieder herzurichten. Und dann? Dann steht mitten im Stadtzentrum ein Museum, auf das eigentlich niemand gewartet hat. Bis es soweit ist, gilt es noch viele Herausforderungen zu meistern. Da wär zum einen die Besänftigung der Naturschützer. Sie werden sehr schnell und sehr laut einen Ausbaustopp fordern, sobald irgendwo ein Stückchen Fledermauskot gefunden wird. Diese geschützten Tiere vom Nisten in der Ruine abzubringen, wird nicht leicht. Auf der anderen Seite stehen die Denkmalschützer, die jetzt wahrscheinlich froh sind, so richtig loslegen zu können. Hat denn jemand vor dem Kauf ein externes Gutachten in Auftrag gegeben, aus dem hervorgeht, inwieweit sich die Anforderungen der Kunst an das Raumklima mit den Auflagen der Wächter über historische Gemäuer vertragen? Ich glaube nicht. Es sei denn, das Wahlversprechen von mehr Transparenz zählt nicht mehr und der Oberbürgermeister ist heimlich tätig geworden. Egal wie - der Umbau vom alten Kino zur Heimstatt für Dinge, die ins Museum gehören, kann noch spaßig werden. Ich will gar nicht darüber nachdenken. Für mich stellen sich eher Fragen wie: Warum wurde dieser graue Schandfleck in der Innenstadt nicht schon längst zugunsten von kostenfreien Parkflächen abgerissen? Oder: Wie viele Schulklos und Turnhallen hätten mit 200.000 Euro auf ein Level der ekelfreien Nutzbarkeit gebracht werden können? Dafür in Potsdam um Geld zu kämpfen, stünde einem linken Oberbürgermeister viel besser.