Spätestens in einem halben Jahr gelten Fahrverbote für Diesel verbrennende Dreckschleudern in Berlin. Ein Gericht entschied, dass bisherige Maßnahmen des Senats nicht ausreichten, die Bevölkerung vor Luftverschmutzung zu schützen. Und das, obwohl dort die Grünen mitregieren. Die Reaktionen unterschiedlicher Lobby-Gruppen und Interessenverbände fallen verschieden aus. Manche finden es gut, mit einem „aber“. Andere finden es schlecht, mit einem anderen „aber“. Einige wenige toben vor Wut und leugnen mitunter selbst die Gesundheitsschädlichkeit von Dieselabgasen. Dabei wird eine Tatsache gern vergessen: Es gibt ein Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, aber nicht auf Autofahren. Die Bundesregierung schlägt eine angebliche Umtauschprämie vor. Alle Betrogenen sollen einfach von den Betrügern ein neues Auto kaufen. Dafür gibt es vielleicht sogar einen Rabatt. Normalerweiser funktioniert Umtausch anders. Dreht mir ein Lebensmittelhändler ein dutzend faule Eier an, bringe ich sie zurück und lasse ihn daran riechen. Er entschuldigt sich, erstattet das Geld zurück oder gibt mir gratis ein dutzend frische Eier. Im derzeitigen Konflikt zwischen Opfern und Tätern entscheidet sich die schwarz-rote Koalition dafür, das organisierte Verbrechen weiterhin bedingungslos zu unterstützen. Ein Fahrverbot auf knapp einem dutzend Straßenabschnitten in der Hauptstadt bringt wahrscheinlich dasselbe wie die Strategie der Frankfurter Stadtverwaltung, Autos auf langen Umwegen an der Messstation vorbei zu leiten. Aber eventuell überzeugt eine gerichtliche Drohung mit Fahrverboten die parlamentarischen Komplizen der Automafia, sich endlich auf die Seite ihres Volkes zu stellen.