Es hat mir in den vergangenen Tagen richtig Spaß gemacht, den Weg zur Arbeit zu Fuß zurück zu legen. An den Laternenpfählen hingen Wahlplakate mit Gesichtern drauf, die mir größtenteils vertraut sind. Sie gehören zu Menschen, die sich meist schon seit Jahren für das Gemeinwohl in Ostbrandenburg einsetzen. Als Stadtverordnete wälzen die Männer und Frauen wöchentlich Akten, diskutieren miteinander und ringen mit sich, schlafen schlecht und essen kaum, um schließlich Entscheidungen zu treffen, die uns alle möglichst weit bringen sollen. Geld kriegen sie dafür so gut wie keins. Und trotzdem setzen sie stets Gesundheit und harmonisches Familienleben für ihre Heimatstadt aufs Spiel. Diesen Sonntag ist es nun an uns allen, eine Wahl für einige von ihnen zu treffen. Das ist wichtig. Denn gerade im Kommunalen werden die Fundamente der Demokratie gegossen. Und auch wenn auf neben den Gesichtern auf den Plakaten rote, weiße, orangefarbene, blaue oder grüne Logos von Parteien abgebildet sind, geht es doch vor allem um den Menschen, der kandidiert und sich einbringen möchte. Sollen wir auf die Alten setzen oder den Jungen eine Chance geben? Ist es klüger, die Wirtschaft voran zu bringen oder ins Soziale zu investieren? Wollen wir Geld für Kultur oder lieber Schulklos sanieren? Brauchen wir kostenlosen Nahverkehr oder reparierte Radwege? Gibt es auch Kandidaten, die das alles auf den Weg bringen könnten, auch wenn das nicht im Programm ihrer Partei steht? Das sind Fragen, die die Wählerinnen und Wähler für sich selbst beantworten müssen. Da darf ihnen niemand reinreden. Wichtig ist nur, dass die Kreuzchen am Sonntag überhaupt und möglichst an der richtigen Stelle gesetzt werden.