Jippie...! Endlich! Sie haben es geschafft! Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst bekommen mehr Geld. Das war schon lange fällig. Für das Engagement, das sie täglich zum Wohlergehen der Menschen in diesem Land aufbringen, haben sie sich eine Gehaltserhöhung redlich verdient. Immerhin arbeiten sie bis zu vierzig Stunden in der Woche. Und dabei haben sie stets ein Lächeln im Gesicht. Besonders, wenn ihnen Bürgerinnen und Bürger gegenüber sitzen. Bei längeren Gesprächen bieten sie sogar einen Kaffee oder Wasser an. Wie in der Privatwirtschaft. Toll. Bei jedem Besuch in Ämtern und Behörden ist zu merken, dass die Angestellten dort so richtig Spaß an ihrer Tätigkeit haben. Deshalb sind sie auch so gut wie niemals krank. Und wenn doch mal jemand von ihnen nicht da ist, weil er sich beispielsweise - nur - drei Wochen am Stück Urlaub gönnt, übernehmen Kollegen die entsprechenden Aufgaben - ohne zu zucken und zu murren. Es bleibt nichts unbearbeitet liegen. Das beste an dem neuen Tarifabschluss ist, dass jetzt alles noch viel, viel schöner wird. Bestimmt werden zum Beispiel die Mitarbeiter im Bauamt künftig mindestens 7,5 Prozent mehr Elan an den Tag bringen, wenn sie Bauanträge ablehnen. Und sicherlich wird es den Leuten im Jobcenter größere Freude bereiten, Einladungen und Bescheide zu tippen, um ihren Kunden mitzuteilen, dass sie etwas falsch gemacht haben. Wahrscheinlich pfeifen sie dabei ab sofort ein Liedchen vor sich her. Das konnten sie ja gut und ausreichend üben, als sie während der Warnstreiks auf den Straßen Ostbrandenburgs standen statt an ihren Schreibtischen zu sitzen.