- Von Hartmut Kelm -

Brüssel stellt 110 Millionen Euro für die Verbesserung des schienengebundenen Verkehrs an den Grenzübergängen zur Verfügung. Dies sollte für Landräte, Wojewoden, Bürgermeister Anlass sein, zusammen mit den Bahngesellschaften einen neuen Dialog zu beginnen. Seit Jahren steckt der Schienenverkehr über die Oder in einer Krise. Zuerst wurde die Zugverbindung Berlin - Wroc?aw (Breslau) gekappt und vor einem Jahr der Regionalzug von Frankfurt (Oder) nach Poznan (Posen). Polen kürzte die Zuschüsse für den Schienenverkehr und an den Grenzen gelten neue Vorschriften. So müssen die einfahrenden Züge mit dem jeweiligen Zugsicherungssystem des Nachbarlandes ausgestattet sein. Die Einführung eines europaweiten einheitlichen Zug-sicherungssystems scheiterte bisher am Egoismus und der Bürokratie in den EU-Staaten. Viele Reisende ins Nachbarland sind wieder aufs Auto umgestiegen. Es gibt also viel Stoff für den Dialog. Er könnte vom Investor Center Brandenburg, Sitz Frankfurt (Oder), organisiert werden. Dort existieren Fachkompetenz und Erfahrung besonders mit dem Abruf von EU-Fördermitteln. Akteure der Revitalisierung der grenzüberschreitenden legendären Ostbahn befürworteten auf ihrer internationalen Fachtagung den Dialog. Sie betonten, dass funktionierende grenzüberschreitende Eisenbahnverbindungen Europa zusammenschweißen, Wirtschaftsräume zum gegenseitigen Vorteil verbinden. Außerdem ist der Schienenverkehr gegenüber Straßenverkehr bedeutend umweltschonender. Sein Anteil an der Kohlendioxidemission des gesamten Transportverkehrs beträgt 0,6 Prozent, der des Straßenverkehrs 71,8 Prozent.