Das Ende einer Ära naht. Vermutlich zum letzten Mal drehen wir dieses Wochenende die Uhren eine Stunde zurück. Grund ist eine Umfrage im Internet. Dabei stimmten die meisten Teilnehmer für eine Abschaffung der jahreszeitbedingten Zeitumstellung. Insgesamt machten über vier Millionen bei der Befragung mit. Die Europäische Kommission nennt das einen Teilnehmerrekord. Eigentlich traurig, wenn weniger als ein Prozent der mehr als fünfhundert Millionen Einwohner als Rekord gelten. Jedenfalls beugte sich die Kommission diesem Druck der Masse. Nächstes Jahr kann jedes Mitgliedsland selbst entscheiden, ob es ewig Sommer- oder Winterzeit will. Das dürfte witzig werden, besonders für Grenzgänger. Wenn zum Beispiel Polen und Deutschland oder Deutschland und Holland verschiedener Meinung sind, was ja vorkommen soll, müssen Pendler statt zweimal jährlich zweimal täglich die Uhr umstellen. Das kommt dabei heraus, wenn Demokratie statt an der Wahlurne im Netz stattfindet. Bei so einem digitalen Ersatz für einen Volksentscheid machen viele der Betroffenen eben nicht mit. Manche wussten nichts davon oder fanden die richtige Website nicht. Andere haben oder verwenden kein Internet. Viele hatten wichtigeres zu tun oder vertreten die Meinung, die Europäische Kommission könnte ihre Zeit sinnvoller nutzen. Persönlich fand ich es auch zu viel Aufwand nachzusehen, ob ich dort die Antwortmöglichkeit „ist mir doch egal“ auswählen kann. Es gibt zurzeit eine Menge Dinge, die geschehen müssen, um den Traum von einem vereinigten Europa voranzubringen. Bessere Koordinierung unter den einzelnen Staaten gehört bestimmt dazu.