- von Georg Langer -
2016 war alles in allem ein schönes Jahr. Aber es begann mit der Schande von Köln und endete mit dem Terror von Berlin. Auf beide Gräueltaten reagierte die Regierung mit Neujahrsvorsätzen. Mehr Polizisten mit größeren Schusswaffen sollen mehr Narrenfreiheit erhalten. Überwachungskameras, Inhaftierung ohne konkreten Verdacht und der große Lauschangriff sollen Freiheit auf dem Altar der Sicherheit opfern. Die Medien sollen zensiert werden, um Desinformation vorzubeugen. Und der rechte Rand will Ausländer abschieben. Aber der Islamismus ist keine Nationalität, sondern nur der akute Auswuchs einer alten und kranken Ideologie. Die gibt es bei uns schon lange, auch bei Menschen, die vor kurzem noch dachten, Islam wäre ein Hustenbonbon. Die Leute, die an eine jüdische Verschwörung glauben, die Schwulen und Lesben das Heiraten verbieten, die finden, dass Frauen nicht Auto fahren sollten, die sich statt Demokratie einen starken Anführer wünschen, sind der Nährboden des Islamismus und anderer rückwärtsgerichteter Strömungen. Diese ewig Gestrigen müssen wir davon überzeugen, dass nur mehr Freiheiten - nicht weniger - das radikale menschenfeindliche Gedankengut der Verbrecher von Köln und Berlin besiegen werden. Wir sollten unsere Errungenschaften feiern und noch mehr ausbauen, statt sie im Angesicht des Terrors anzuzweifeln. Bemühen wir uns weiter um eine Kultur, in die sich Leute aus aller Welt gern integrieren wollen. Es ist besser, Licht zu machen, als die Finsternis zu verfluchen. Lasst das unseren guten Vorsatz für 2017 sein. Ich wünsche allen ein frohes neues Jahr in Glück und Frieden.