Die Statussymbole sind nicht mehr das, was sie mal waren. Ging es noch vor ein paar Jahren darum, welches Auto Menschen unter dem Hintern haben, stellt sich heute lediglich die Frage, ob sie eins fahren (können). Waren Kinder früher bewundert worden, wenn sie was Selbstgestricktes an hatten, suchen Gleichaltrige heute erstmal nach dem Label am Kragen. Wurden Leute einst darüber definiert, welchen Job sie ausüben, gelten sie heute nur als angesehen, wenn sie überhaupt irgendeiner Arbeit nachgehen. Sind Arbeitslose damals bedauert worden, werden sie jetzt oft in ihrem Status herabgesetzt. Das ist unfair und weltfremd zugleich. Und dass Geld nicht glücklich macht, ist glatt gelogen. Auch wenn viele der Besserverdienenden das niemals zugeben würden. Denn es geht gar nicht um die Zahl, die monatlich auf dem Kontoauszug steht. Es geht darum, wofür dieses Geld reicht oder eben nicht. Schnell baut sich eine Spirale auf, aus der kein Entrinnen mehr ist. Mal ins Kino gehen und am nächsten Tag ins Restaurant ist nicht in allen Familien selbstverständlich. Einheimisches Gemüse und Bio-Fleisch kommt bei Menschen mit kleinem Einkommen nur selten auf den Tisch. Sich mit Freunden treffen und unbeschwerte Abende verbringen, ist oft nicht drin. Was auf der Strecke bleibt, sind Gesundheit, die viel gepriesene soziale Kompetenz und der Mut zum Weitermachen. Irgendwann ist die Luft raus. Wer kein Auto hat, keine Arbeit findet und die Klamotten aus der Kleiderkammer holt, ist in der heutigen Gesellschaft wenig wert. Ich kenne viele Menschen, die sich auf Schreiben aus Ämtern nur einen Stempel wünschen - Status: anerkannt.