Digitalpakt nennt die Bundesregierung ihr neuestes Lieblingsprojekt. Er soll Medienkompetenz an Schulen fördern. Konkret bedeutet das, der Bund ändert kurzerhand die Verfassung und kauft den Schulen für ein paar Milliarden Euro Tablets. So heißen diese kleinen tastaturlosen Computer, die sich manche zu Weihnachten wünschen. Eignen sich für Internetspiele und ähnliches. Jetzt verlangt die Regierung also von erwachsenen Lehrern, Kindern und Jugendlichen den Umgang mit modernem Spielzeug beizubringen. Das dürfte für Heiterkeit in den Klassenzimmern sorgen. Wenn schon mehr Steuergeld in Bildungseinrichtungen gesteckt wird, bieten sich da bessere Verwendungszwecke an. Es gibt zu wenig Lehrer, sie werden zu schlecht bezahlt, Gebäude schimmeln vor sich hin, es existieren kaum Angebote für Polnischunterricht an der polnischen Grenze. Wie viele Menschen benötigen wirklich ein Tablet zum Überleben oder für die Ausübung ihres Berufs? Möglicherweise sind die Dinger in ein paar Jahren genauso angesagt wie der Abakus oder der Rechenschieber. Wäre es nicht wichtiger, dem Nachwuchs zuerst einmal Rechtschreibung, Grammatik, Fremdsprachen, Schwimmen, Geschichte und ähnliches beizubringen, oder Kreativität zu unterstützen? Da scheint es gerade im notorisch geizigen Brandenburg Nachholbedarf zu geben. Den Umgang mit technischen Spielereien lernen Interessierte ganz von selbst. Zum Glück lehnen es alle Bundesländer derzeit ab, wegen so einem Quatsch am Grundgesetz herumzupfuschen. Das darf nur in absoluten Ausnahmefällen geändert werden, und nicht jedesmal wenn irgendjemand dem aktuellsten Trend hinterherlaufen möchte.