Zivilisation verursacht Müll. Unsere behaarten Ahnen konnten ihre Bananenschalen noch achtlos in die Landschaft werfen. Die meisten modernen Abfälle kompostieren nicht so einfach. Plastetüten, Glasscherben und Zigarettenfilter bleiben der Nachwelt lange erhalten. Zum Glück sind nur wenige Menschen asozial genug, dieses Zeug in der Natur liegenzulassen. Allerdings ziert es die Gehwege in vielen Ortschaften und verleiht ihnen damit eine gewisse Dritte-Welt-Idylle. Dafür gibt es mehrere Ursachen. Eine ist der Mangel an geeigneten Behältnissen. Mülltonnen, die zu Wohnblöcken gehören, sind hinter hohen Zäunen eingesperrt, die unbefugtes Wegschmeißen verhindern. Wer in den Städten und Dörfern Brandenburgs einen Abfalleimer am Straßenrand sucht, hat höchstens an Plätzen, Parks oder Bushaltestellen Erfolg. Integrierte Aschenbecher, die ich aus fortschrittlichen Ländern wie Singapur und Polen kenne, habe ich hier nur an Bahnhöfen gesehen. Die beste Möglichkeit, Kippen loszuwerden, ist deshalb, sie auf die Straße zu schnipsen. Die Fahrbahn wird selbst in Frankfurt regelmäßig gereinigt, damit Autos keine schmutzigen Reifen bekommen. Bürgersteige werden so selten gefegt, wie sie saniert werden. Dort lassen sich weggeworfene Verpackungsgegenstände monatelang beobachten. Obendrein sind Fußwege mit Glasscherben übersät, weil manche Säufer zu blöd sind, ihr Bier festzuhalten. Oder vielleicht wollen die Schluckspechte durch das Zerschmettern von Pfandflaschen mit ihrem Wohlstand prahlen. Die Folgen dieses unzivilisierten Benehmens spüren nicht bloß Radfahrer, sondern auch Hunde, die bekanntlich am liebsten barfuß gehen.