Unterhaltungen mit Pubertierenden sind für Erwachsene mittlerweile fast unmöglich geworden. Selbst Junggebliebene stoßen dabei an ihre Grenzen. Wenn Mama etwas cool findet, verdreht Töchterchen die Augen. „Nicenstein” wäre das passende Wort gewesen. Und wenn Papa morgens vor dem Spiegel steht und sich zurecht macht, muss er sich mit dem Ausdruck „overcut” auseinandersetzen, den ihm Sohnemann mit einer Stinklaune entgegenschmettert. Erst nach dem zweiten oder dritten Mal weiß der Mittvierziger, dass seine Halbglatze gemeint ist. Kleinlaute Versuche, dem Kind etwas von Respekt zu erzählen, enden in dem Ausspruch: „Musste wieder darthvadern”. Ja, ab und zu muss der Alte mal den Vater raushängen lassen. Inzwischen ist es schon soweit, dass sich Lehrerinnen und Lehrer mit kleinen Taschenbüchern zur Jugendsprache ausstatten, damit sie wenigstens halbwegs auf dem Laufenden sein können. So ein Druckwerk wollte ich mir neulich auch kaufen. In drei Buchhandlungen war ich. Nirgends gab es das Teil. Vollkommen durchgeschwitzt, verzweifelt und frustriert setzte ich mich ins nächste Lokal und suchte im Netz nach Seiten, auf denen die Jugendsprache ins Deutsche übersetzt wird. Worte wie „geil” und „cool” - für die wir früher von unseren Eltern einen Klaps auf den Mund bekommen haben - gibt es dort nicht mehr. Dafür habe ich aber herausgefunden, dass ich gerade bei einem Hopfensmoothie am Fernschimmeln bin und meine Tischnachbarn mich höchstwahrscheinlich für einen Smombie halten. Auf Deutsch: Ich chille bei einem Bierchen nicht am gewohnten Platz und alle denken, ich bekomme von meiner Umwelt nichts mehr mit, weil ich nur auf mein Smartphone starre.