Die Mitte des Jahres rückt näher. Das bedeutet nicht nur Sommeranfang, sondern auch Halbzeit für viele der Gutscheine, die seit Weihnachten herumliegen. Wer im Frühling gezeugt wurde und deshalb wenige Tage vor oder nach Jesus Geburtstag feiert, jongliert die doppelte Menge an Geschenken. Manche Menschen machen Gutscheine schlecht. Es sei wie Bargeld schenken, das nur in einem einzigen Laden ausgegeben werden kann, lautet eine bekannte Behauptung. Weit gefehlt. Mit Geld in Briefumschlägen werden Verwandte bedacht, die der Schenker nur alle paar Jahre trifft. Der Gutschein ist persönlicher und stellt eine Alternative zu anderen üblichen Präsenten dar. Im Vergleich zu Haushaltsgeräten wie Sandwichtoastern, Eierschneidern, Kugelausstechern und ähnlichen Staubfängern gewinnt er eindeutig. Mir ist es seit Jahreswechsel gelungen, fast alle erhaltenen Gutscheine gegen nützliche Dinge einzulösen. Übrig bleiben noch die vom Buchhändler. Sie sind für eine Weltkarte mit Rahmen vorgesehen. Klebestreifen oder Reißzwecken befestigen so etwas eben nicht dauerhaft. Wenn es zieht, gehen Teile der Welt verloren. Erst reißt Alaska ab, dann Fidschi und Neuseeland. Schließlich trennen sich ganze Kontinente. So musste ich schon eine Karte aus dem Kalten Krieg mit geteiltem Vietnam wegwerfen, und eine aus den USA mit Amerika in der Mitte. Die Nächste hat gefälligst länger zu halten. Ein für sie vorgesehener Platz ist dank einer geborgten Wasserwaage bereits mit Bleistift an der Mauer markiert. Jetzt gilt es, den sperrigen Wandschmuck auf dem Gepäckträger nach Hause zu transportieren, und eines schönen Sonntagmorgens die benötigten Löcher zu bohren, bevor die Gutscheine ablaufen.