Wunderschöne Schuhe habe ich kürzlich in einem Geschäft gesehen. Sie schimmerten silber wie der Streif am Horizont. Sie blinkten und blitzten wie die Sonne, die mit ihren Strahlen wärmt. Sie hatten die höchsten Absätze, die es gibt. Und sie waren einfach perfekt, um auf der nächsten Party von allen angehimmelt zu werden. Ich war so glücklich, dass ich sie gefunden hatte und startete einen Rundruf. Alle meine Weibsen hab ich angeklingelt und sie gebeten, die Fete zu organisieren. Sie freuten sich mit mir und wollten die Stücke meiner Begierde gleich anschauen kommen. Während ich wartete, probierte ich die Schuhe an. Dabei kam dann die Ernüchterung: Sie passten nicht und waren viel zu teuer. Das machte mich unendlich traurig. Blöd, dass ich allen schon von meiner Errungenschaft erzählt hatte. In diesem Moment wusste ich, wie sich Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter und sein Kollege im Finanzministerium, der Herrn Görke zurzeit fühlen müssten. Auch die beiden haben sich zu weit nach vorn gelehnt und mit einem Projekt geprahlt, dass für sie drei Nummern zu groß und nur schwer zu bezahlen ist: Die Verwaltungsstrukturreform im Land Brandenburg. Wie ich haben die Minister keinen Grund zum Feiern. Aber ich kann ohne große Verluste in meine ausgelatschten Pumps schlüpfen. Vielleicht nehme ich ein paar Euro in die Hand und bringe sie zum Schuster. So kann ich mit wenig Geld das schöner machen lassen, was mir über Jahre lieb geworden ist. Und meine Mädels beruhige ich mit einer Einladung zum Eis. Die Herren aus Potsdam werden dieser Idee wahrscheinlich nicht folgen. Eher nehmen sie in Kauf, in den zu großen Schuhen zu versinken.