Von Katja Gehring
In die Steinzeit wurden wir in der vorigen Woche für zwei Tage zurückversetzt. Also gefühlt. Eigentlich hatten wir nur kein Internet. Während meine kleine Tochter meinte, wir könnten doch schnell ein neues Internetz kaufen, mussten wir Macher vom  OderlandSpiegel gewaltig improvisieren. Das fiel vor allem den jüngeren Kollegen schwer. Sie haben ein Leben ohne World Wide Web nicht kennengelernt. Wenn sie was brauchen, suchen sie online. Egal, ob neue Socken oder Informationen für die Zeitung. Das ging jetzt aber nicht. Haare raufen, in die Tischkante beißen und an der Situation verzweifeln brachten uns nicht weiter. Eine Lösung musste her... An der Kaffeemaschine - die einwandfrei funktionierte - drehten sich die Gespräche fast ausschließlich um das Zeitungsmachen vor zwanzig Jahren. Damals haben wir noch mit Faxgeräten und ohne Digitalkameras gearbeitet. Da wurden noch Filme entwickelt und Zeitungseiten auf Papier geplant. Der Arbeitsalltag fand nur selten am Schreibtisch statt. Täglich ging es mit Fotoapparat und Schreibzeug raus ins Verbreitungsgebiet. Es hat Spaß gemacht, auch wenn es viel anstrengender war als das, wofür wir heute unser Geld bekommen. Aber das Schwelgen in Erinnerungen half uns nicht wirklich. Die Rettung nahte, als irgendwer irgendwann das Wort „Hotspot” in den Raum warf. So kam es, dass in zwei Tagen auf den Smartphones aller Kollegen das jeweils verfügbare Datenvolumen aufgebraucht wurde. Wir wollten wenigstens diese Notausgabe für Sie, liebe Leserinnen und Leser, produzieren. Und es hat geklappt. Wir haben es mit vereinten Kräften und einem tollen Zusammenhalt fünf Minuten vor der Angst geschafft.