Fast 130.000 Menschen haben die Petition gegen die Zentralisierung des Bundeslandes unterschrieben. Wir können stolz auf uns sein. Für eine Wahl oder einen Volksentscheid wäre es eine geringe Beteiligung. Aber wir reden hier von einer Unterschriftensammlung. Die Initiatoren brachten uns die Liste nicht einmal an die Haustür. Auch Informationsstände auf den Gehsteigen unserer Städte und Dörfer gab es nur selten. Wir mussten uns darum kümmern, in Rathäusern aufkreuzen. Einige fragten mich, wohin sie sich wenden könnten, um an der Aktion teilzunehmen. Andere waren besorgt, ihre Adresse angeben zu müssen. Trotz dieser Hürden haben wir ein beeindruckendes Ergebnis erzielt. Selbst parteitreue Genossinnen und Genossen kämpfen auf unserer Seite. Gerade stelle ich mir vor, wie so mancher Bonze der Potsdamer Regierung auf dem Teppich sitzt und seine Lippen mit dem Zeigefinger hoch und runter schnippst. So viel Engagement des Volkes ist bestimmt ein Schock für die doppelrote Koalition. Hoffentlich lernen ihre Anführer jetzt, dass wir kein Haufen Jammerossis sind. Brandenburg ist ein rebellisches Land. Das war 1989 so, und es wird so bleiben. Selbst der Innenminister mit dem Diktatorenschnurrbart muss einsehen, dass er kein Feudalherr ist und keinem Politbüro angehört. Einst riefen wir „Stasi in die Volkswirtschaft“. Jetzt widersetzen wir uns der erzwungenen Abwanderung in die Großstädte. Damals haben wir gewonnen. Das hatten viele von uns nicht erwartet. Selbst wenn wir diesmal verlieren, und unsere gewählten Volksvertreter mit verstopften Ohren „Mimimi“ rufen, haben wir keinen Grund, uns zu schämen.