„Morgens um Zehn braucht man zum Glücklichsein nur zerrissene Jeans, die Karibik und Rrrumm”, hat mir mal jemand vorgeschwärmt, von dem ich solch eine Leichtigkeit gar nicht erwartet hätte. Jamaika könnte dieses Feeling hergeben. Aber Jamaika-Stimmung herrscht in Deutschland nicht - geschweige denn eine neu aufgestellte Regierung. Vielleicht sollten sich die Verhandlungsführer von Union, Bündnisgrünen und Liberalen in den Flieger gen Jamaika setzen und ihre Streitereien dort fortsetzen... Mit Blick auf die Sondierungen für eine mögliche Koalition bietet dieser Ausflug schon zwei entscheidende Vorteile. Erstens: Die Streithähne könnten das kritische Thema Türkei weit hinter sich lassen. Weil die Reise nach Jamaika  genau in die andere Richtung geht. Und zweitens: So eine Stippvisite auf der Karibikinsel brächte vielleicht eine ganz andere Sicht auf die Atomkraft. So etwas gibt es nämlich auf Jamaika nicht. Dafür haben sich die Jamaikaner für ein zentralisiertes Bildungssystem entschieden, wovon sich die deutsche Delegation dann gleich ein Stückchen abschneiden kann. Und auch, wenn das Klima auf Jamaika tropisch ist, bietet das Meer dort bestimmt eine kleine Abkühlung. Die wird den aufgehitzten Gemütern gut tun. Und wenn sie sich dann erstmal zu zwei, drei Gläschen Rum durchgerungen haben, wagen sie vielleicht den Sprung ins tiefe Wasser. Die zerrissenen Jeans können Merkel, Seehofer, Lindner und Özdemir ja vorher ausziehen. Ich bin sicher, dieser Kurzurlaub auf Jamaika würde mehr bringen als Neuwahlen in Deutschland. Und billiger wäre er allemal.