Heute will ich einmal den Naturschutz in Schutz nehmen. Menschen, die sich dafür engagieren, sehen sich schweren Zeiten ausgesetzt. Sie werden für vom Biber angeknabberte Bäume, vom Wolf gefressene Schafe und mangelnde Einnahmen aus der Wirtschaft verantwortlich gemacht. Der Landrat von Märkisch-Oderland beschimpfte sie unlängst als Öko-Pegida. Brandenburg brauche umweltschädliche Industrie, behaupten andere Lokal- und Regionalpolitiker. Braunkohletagebau, Kohlendioxidendlager, Fracking, Entwaldung, riesige Mastbetriebe trotz eines erfolgreichen Volksbegehrens gegen Massentierhaltung - alles, wogegen sich die Westdeutschen gewehrt haben, ist hier willkommen. Schließlich stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel, besonders die der Lobbyisten. Dennoch ist das kein Anlass für Beleidigungen. Es existieren viel einfachere Lösungen. Wenn Schafe gefährdet sind, kann ein Schäfer auf sie aufpassen. Sollte der Gedanke, diesen zusätzlichen Arbeitsplatz zu schaffen, Schmerzen bereiten, wie wäre es dann mit einem Esel? Diese furchtlosen Viecher haben keine Angst vorm bösen Wolf und jagen ihn spielend in die Flucht. Löcher, die Biber in den Deich buddeln, können zugestopft werden. Das kostet weniger Mühe, als alle Umweltschützer zu verteufeln. Die brauchen wir, denn  obwohl einige Urlauber in unsere Region fahren, um den Seelower Soldatenfriedhof, den Fürstenwalder Dom, Hüttes Stalinarchitektur oder das Frankfurter Haus, in dem Kleist nicht geboren wurde, zu besuchen, bleiben unsere Flora und Fauna neben der Nähe zu Polen die wichtigsten Attraktionen. Und Tourismus sorgt auch für Arbeit und Einnahmen.