Schweißgebadet müssen sie bei Extremtemperaturen ihrer Arbeit nachgehen. Die Sonne brennt. Rücken, Schultern und Arme werden von Minute zu Minute immer röter. Sämtliche Trinkflaschen sind schon mittags leer und Nachschub nicht in Sicht. Der Weg zum nächsten Wasserhahn ist weit und bei diesen Temperaturen einfach unzumutbar. Sie haben es dieser Tage echt nicht leicht, die Leute in vielen öffentlichen Verwaltungen Ostbrandenburgs. Die aufgeheizten Räume machten es nun notwendig, die Sprechzeiten zu reduzieren. Entsprechende Pressemitteilungen verschickten die Verwaltungen gleich Anfang voriger Woche. Als ob es eine überregionale Vorlage aus dem zuständigen Ministerium gibt, stand überall der gleiche Satz drin: „Um gesundheitliche Risiken für die Bürgerinnen und Bürger sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu vermeiden ist eine Änderung notwendig”. Mal ehrlich - was haben denn die Bürgerinnen und Bürger damit zu tun? Die überlegen sich doch vorher, ob ein Ämtergang bei diesem Wetter wirklich notwendig ist. Und wenn sie tatsächlich vorsprechen müssen, würden sie das bestimmt lieber am späten Nachmittag machen, als vor 15 Uhr. Aber das war in der Hitze-Woche nicht möglich. Offen bleibt die Frage, wie öffentliche Verwaltungen sich diesen Luxus eigentlich leisten können? Zum einen sind die meisten verschuldet, zum anderen bleibt angesichts hoher Krankenstände sowieso schon viel zu viel Arbeit liegen. Immerhin können sie kommende Woche - wenn die Sprechzeiten wieder ausgeschöpft werden dürfen - die unbearbeiteten Akten auf den Fensterbrettern stapeln, damit die Sonne nicht so blendet.