Von Katja Gehring
Die Jungen können es den Alten einfach nicht recht machen. Ganz oft wird ihnen vorgeworfen, sich für nichts zu interessieren außer für das Internet, irgendwelche Chats oder die Zockerei auf dem Tablet. Statt nur in der Bude zu hocken, werden sie ermahnt, sich mehr an der frischen Luft aufzuhalten. Nun haben sich in der gesamten Bundesrepublik Mädchen und Jungen zusammengetan, um gemeinsam auf die Straße zu gehen, und es ist auch wieder nicht richtig. Die Kinder und Jugendlichen treten für etwas ein, was nicht nur sie angeht. Mit ihren „Fridays for Future“-Demonstrationen wollen sie wachrütteln und zum Umdenken in Sachen Klima anregen. Und womöglich wollen sie auch ein bisschen provozieren. Das ist ihr gutes Recht. Schließlich müssen sie noch einige Jahrzehnte auf dieser Welt verweilen. Sie kämpfen gemeinsam um eine erträgliche Zukunft. Aber von den Erwachsenen ernten sie nur Kritik. Schulschwänzerei lautet das böse Wort, dass den Schülern an den Kopf geknallt wird. Sie sollen lieber nach dem Unterricht oder am Wochenende gegen den Klimawandel protestieren. Dass sie sich mit dieser Forderung total lächerlich machen, merken die Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft und Bildung nicht. Anstatt ihr Geld und ihre Zeit in Lösungen für das eigentliche Problem zu investieren, rufen sie ein vermeintlich neues auf den Plan, um vom Thema abzulenken. Solange Angestellte bei Streiks die halbe Republik lahm legen dürfen, gibt es keinen Grund, den Kindern den Kampf um ihre Zukunft zu verbieten. Wir alle sollten stolz sein auf diese Generation, die da gerade heranwächst. Die paar Fehlstunden sind gut zu verkraften, ein Leben im Dreck nicht.