Von Georg Langer
Anlässlich des internationalen Tags der Erinnerung an den Sklavenhandel und dessen Abschaffung möchte ich daran erinnern, dass Sklaverei noch nicht abgeschafft ist. Die mittelalterliche Form dieser unmenschlichen Barbarei existiert heute zwar nur in Mauretanien, wo der Sklavenstatus vererbt wird, und einigen anderen muslimischen Ländern. Aber in Konfliktgebieten Afrikas werden so genannte Blutdiamanten und diverse Rohstoffe, ohne die Mobiltelefone nicht funktionieren würden, von Sklaven abgebaut. Hier sollte mehr Druck auf die Wirtschaft ausgeübt werden, die Herkunft der verwendeten Materialien zu prüfen. Ähnliches gilt für Firmen, die ihre Waren von Kindern in asiatischen Fabriken herstellen lassen. Dann gibt es noch den Fall der Stadien, die zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft von Sklaven gebaut werden. Das geschieht gerade in Katar, einem Land, dem die Austragung des Sportereignisses bestimmt wegen seiner beeindruckenden Leistungen im Fußball anvertraut wurde. Moderne Sklaverei plagt selbst das fortschrittliche Europa. Die bekannteste Variante ist Zwangsprostitution. Sie lässt sich kaum bekämpfen, so lange Polizei und Justiz die Opfer als Kriminelle behandeln. Zwangsheirat kommt in Deutschland trotz Verbot weiterhin vor. Selbst Kinderehen werden anerkannt, wenn sie im Ausland geschlossen wurden. Das muss aufhören. Wer Mädchen oder Frauen zur Heirat nötigt, gehört in den Knast. Wer Kindern, die betteln oder handeln, Geld gibt, tut ihnen keinen Gefallen. Niemand sollte von Zwangs- und Kinderarbeit profitieren. Wenn Menschen andere Menschen als Eigentum behandeln, und auch noch damit durchkommen, blamiert sich unsere Primatenart im Allgemeinen.