Es gibt viel zu tun. Gebäude, Straßen und Plätze brauchen Reparaturen. Schienen- und Radwegnetze müssen saniert und ausgebaut werden. „Packen wir es an“, sagen da manche. Aber so läuft Lokalpolitik nicht. Bevor etwas angepackt wird, wollen wir erst ein Gutachten. Damit beauftragen wir nicht etwa irgendwelche regionalen Firmen oder Institutionen, sondern vorzugsweise solche, die über hundert Meilen weit weg sitzen und unsere Käffer kaum auf der Karte finden. Sonst bekommen wir am Ende noch einen Teil des Geldes, den wir für das Gutachten ausgeben, als Gewerbesteuer zurück. Nicht selten lautet das Ergebnis eines kostspieligen Gutachtens, dass zur Umsetzung des Projekts Geld fehlt, weil es für Dinge wie Gutachten verplempert wurde. Wenn Menschen das Wort Gutachten nicht mehr hören können, nennen wir es Machbarkeitsstudie. Ob etwas machbar ist, muss studiert werden. Dieser Spaß betrifft nicht nur Bauvorhaben. Bei einer Pendleranalyse stellten eine Potsdamer und eine Berliner Firma fest, dass die Züge nach Berlin überlastet sind. Diese Studie hätte wahrscheinlich jeder Passagier kostenlos durchgeführt. Beim öffentlichen Nahverkehr kann ich das Resultat gleich selbst liefern: Er fährt zu selten und ist zu teuer. Jetzt will die Stadt Frankfurt wissen, was sie durch Abschaffung eines oder mehrerer städtischer Unternehmen sparen könnte. 45.000 Euro öffentlicher Mittel macht sie dafür locker. Mich würde einmal interessieren, wie viel unsere Kommunen durch den Verzicht auf überflüssige Gutachten sparen könnten. Da benötige ich natürlich zuerst eine Machbarkeitsstudie, die feststellt, ob sich zu diesem Thema ein Gutachten lohnt.