Plötzlich streiten wir erneut über Flüchtlinge und Einwanderer. Dabei sehen Außenstehende das Oderland als Vorbild für Willkommenskultur. Drohende Abschiebungen wärmen das Thema nun wieder auf. Als das Stadtparlament neulich den Antrag ablehnte, Frankfurt  zum sicheren Hafen für alle Mittelmeermigranten auszurufen, verkündete die Linkspartei sofort das Ende unserer Weltoffenheit. Eines verdeutlichen jedoch diese Debatten. Jede Partei, von ganz links bis ganz rechts, bekämpft Fluchtursachen, und das schon seit 2015. Nach dem jahrelangen Kampf müssten die Fluchtursachen inzwischen mit blauem Auge und dicker Lippe am Boden liegen. In Syrien sind die zwei größten Fluchtursachen eine Weltreligion und ein russischer Präsident. Mit denen wird sich das popelige Teutonenland nie anlegen. Aber in Afrika ließe sich einiges bewerkstelligen. Dort sind die wichtigsten Fluchtursachen wir, die ach so hochentwickelten Industrienationen. Wir überschwemmen afrikanische Märkte mit Billigfleisch aus Mastfabriken, und Klimawandel gibt der lokalen Landwirtschaft dann den Rest. Wir zwingen Länder, Trinkwasserquellen zu privatisieren, damit unsere Konzerne sie aufkaufen können. Wir verschiffen Sondermüll dorthin, und nennen es Recycling. Selbst gut gemeinte Entwicklungshilfe mutiert mitunter zur Fluchtursache. In der Sahelzone, südlich der Sahara, empfahlen Entwicklungshelfer: Probiert Brandrodung, dann erhaltet ihr mehr Ackerland. Einheimische glaubten das. Was sie erhielten, war mehr Sahara. Verkneifen wir uns doch einfach falsche Hilfe, ebenso wie staatliche Subventionen für Massentierhaltung und Braunkohle. Für die Steuergelder finden sich sicher bessere Verwendungsmöglichkeiten.