Manche Frankfurter behaupten, Stadt und Uni leben in getrennten Welten. Das sehe ich nicht so. Zum Beispiel nehmen viele, die in der Nähe der Mensa arbeiten, das dortige Mittagessen gern an. Es besteht meist zur Hälfte aus Kartoffeln, kostet aber nicht viel. Außerdem hält sich die Auswahl an anderen Futterstellen in Grenzen. Wie sehr Stadt und Uni zusammen gehören, zeigt das jährliche Sommerfest der Studenten. Das präsentierte sich diese Woche in neuer Form. Früher fand es immer auf dem Platz statt, den Universitätler trotz mangelnder Vegetation „Campus“, lateinisch für „Feld“ nennen. Diesmal stieg die Fete auf der sonst parkenden Autos vorbehaltenen Steinwüste neben dem Oderturm. Aber auch da bereitete es Spaß, alte Bekannte beim Bier zu treffen. Auch letzteres unterläuft zurzeit einen Wandel. Statt der bekannten grünen Hemden durften die Barleute jetzt pechschwarze tragen. Darauf stand die Parole „Echt Brandenburg“. Vermutlich trotzt die Brauerei so den unzähligen Konkurrenten, die berühmte brandenburgische Getränke kopieren. Laut Gerüchten soll Frankfurter Bier bald in anderen Flaschen daherkommen. Die bekannte europäische Form weicht dann angeblich den nordamerikanischen Longneck Bottles. Hat jemand unseren Bierbaronen eingeredet, den USA nachzueifern, weil die viel besser brauen als die Deutschen? Dann empfehle ich, einmal das Zeug zu kosten, was durstigen Leuten jenseits des großen Teichs angedreht wird. Oder folgt das Frankfurter Brauhaus einfach der Devise: Wenn etwas gut läuft, muss es schnellstens geändert werden? Wie dem auch sei, das Fest hat Spaß gemacht, und an Veränderungen kann ich mich gewöhnen.