„Ach, was ist das Leben des Menschen für ein farbenwechselndes Ding!”

Welch wahre Worte sind es, die Heinrich von Kleist im Jahre 1801 niederschrieb. Wer genau darüber nachdenkt, weiß, dass der Dichter recht hat. Es gibt so Standards, die immer gleich bleiben: Der Winter ist weiß, der Frühling pastellfarben, der Sommer knallbunt und der Herbst golden. Jedoch vergessen die Menschen nur zu gern die Zwischentöne. Ihnen kommt im Laufe der Zeit der Blick auf die Nuancen, die in der Mischpalette des Lebens entstehen, abhanden. Gründe dafür gibt es viele. Beispielsweise der Stress im Job, Krankheit, finanzielle Sorgen oder das Alleinsein. Nicht immer kann von selbst ein Ausweg gefunden werden. Aber gemeinsam ist das machbar. Wenn alles gut gemischt wird, entsteht ein ganz neues Bild. Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche Ihnen für das neue Jahr, dass Sie die Farben finden, die Ihnen bisher gefehlt haben. Zeichnen Sie damit Ihr ganz persönliches Bild vom Leben, um es dann in den schönsten Farben auszumalen. Und fehlt Ihnen zwischendurch die Kraft, geben Sie sich einen Stups und denken Sie die Worte Kleists: „Jeder trägt den leid'gen Stein zum Anstoß in sich selbst”.


Herzlichst,
Katja Gehring