„Wie froh macht mich die stille Einsamkeit meines Zimmers gegen das laute Gewühl
jener Gesellschaft, der ich soeben entfloh”.


Mit diesen Zeilen, die Heinrich von Kleist im Jahre 1801 zu Papier brachte, wünsche ich Ihnen - liebe Leserinnen und Leser - eine stressfreie Weihnachtszeit mit schönen Stunden im Kreise Ihrer Lieben. Auch wenn bestehende Pobleme an den Feiertagen nicht automatisch verschwinden, so sollten sie doch beim Schopf gepackt und in die Ecke gestellt werden. Wenigstens bis nach Weihnachten. Niemand hat es verdient, panisch und allein neben einer ungeschmückten Tanne zu hocken. Besonders jene Menschen, denen es gut geht, dürfen nicht vergessen, dass dies nicht selbstverständlich ist. Wer viel hat, kann zumindest ein Stück davon teilen. Auch, wenn es nur ein Lächeln ist, das Fremden auf der Straße zugeworfen wird. Oder die Umarmung, die manchen Familienmitgliedern schon längst hätte zuteil werden müssen. Sie sind es, die Weihnachten ausmachen. Wenn sich jeder einen Moment Zeit nimmt für andere, bringt das alle weiter. Das wusste auch Kleist, als er sagte: „Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft”.

Herzlichst,
Katja Gehring